Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Magnesiumsulfat

Wirkstoff
Magnesiumsulfat
Handelsname
ATC-Code
A12CC02

Pharmakodynamik

Magnesium ist das am zweithäufigsten auftretende Kation in der intrazellulären Flüssigkeit und ein essentieller Körperelektrolyt. Es ist ein Co-Faktor in zahlreichen Enzymsystemen und am Phosphattransfer, der Muskelkontraktion und der neuronalen Transmission beteiligt.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

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Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Status asthmaticus
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
    • inhalativ
      • ≥2 Jahre bis <6 Jahre: off-label
  • Hypomagnesiämie
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
  • Ventrikuläre Arrhythmien
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intravenös zur Behandlung von Magnesiummangel bei nachgewiesener Hypomagnesiämie.

Neugeborene:
1 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 100 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), nach Bedarf alle 6 - 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.

Säuglinge und Kinder von 1 Monat bis 11 Jahre:
0,5 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 50 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), nach Bedarf alle 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.

Jugendliche von 12 bis 17 Jahren:
10 ml Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 1000 mg Magnesium-Heptahydrat), nach Bedarf alle 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.

Intravenös zur Vorbeugung und Behandlung von Hypomagnesiämie bei Patienten, die vollständig parenteral ernährt werden.

Neugeborene und Säuglinge (bis 12 Monate):
Täglich 0,1 ml/kg Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 10 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), in einer Infusionslösung, gegeben als intravenöse Infusion.

Kinder (1 – 11 Jahre) und Jugendliche (12 – 17 Jahre):
Täglich 0,05 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 5 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), in einer Infusionslösung, gegeben als intravenöse Infusion.

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Bei Gebärenden zur Kontrolle und Vorbeugung von Krampfanfällen bei schwerer Präeklampsie
- Bei Gebärenden zur Kontrolle und Vorbeugung von wiederkehrenden Krampfanfällen bei Eklampsie

[Ref.]

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Präparate im Handel

Injektions-/Infusionslösung 0,4 mmol/mL
Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung 2,0 mmol/mL

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Magnesium in Form von Magnesiumsulfat-Heptahydrat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration der Fertigarzneimittel bezieht sich auf Magnesiumsulfat-Heptahydrat während sich die Dosierungsempfehlungen auf Magnesiumsulfat beziehen.

 Umrechnung: 10 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat ≙ 4,9 mg Magnesiumsulfat ≙ 0,04 mmoL Magnesium

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Magnesiumsulfat-Heptahydrat) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Magnesium DEMO Injektions-/Infusionslösung 100 mg/mL intravenös k.A. - Intravenöse Infusion: Infusion über eine volumetrische Infusionsvorrichtung.
Intravenöse Injektion: Gabe durch eine langsame i.v.-Injektion.
ab Neugeborenenalter
Magnesium DEMO Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung 500 mg/mL intravenös k.A. - Verdünnung gemäß Fachinformation.  ab Neugeborenenalter


k.A.: keine Angabe

Die Fachinformationen wurden am 06.03.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

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Dosierungsempfehlungen

Status asthmaticus
  • Intravenös
  • Inhalativ
    • 2 Jahre bis 6 Jahre
      [12]
      • Magnesiumsulfat: 150 mg/Dosis, bei Bedarf max. 3 x wiederholen. Innerhalb der 1. Behandlungsstunde.
      • Die inhalative Anwendung wird nicht für Kinder anderer Altersgruppen empfohlen.

        off-label

Hypomagnesiämie, ventrikuläre Arrhythmien
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [11]
      • Initialdosis: 25 - 50 mg/kg/Dosis, Bolus in 3 min, bei Bedarf wiederholen. Max: 2 g/Dosis.
      • Erhaltungsdosis: 3 - 20 mg/kg/Stunde, Dauerinfusion.
        • 15 mg Magnesiumsulfat (-Heptahydrat) entsprechen 0,06 mmol Magnesium.
        • 2 g Magnesiumsulfat (-Heptahydrat) entsprechen 8 mmol Magnesium.
        • 3 - 20 mg Magnesiumsulfat (-Heptahydrat) entsprechen 0,01 - 0,08 mmol Magnesium.

        Es gibt nur wenige Studien zur Anwendung von Magnesiumsulfat bei Kindern mit ventrikulärer Tachykardie.

        off-label bei ventrikulären Arrhythmien

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Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Diarrhoe, Hypotonie, Muskelschwäche, Benommenheit. Bei Überdosierung oder zu schneller Verabreichung: Flush, ZNS-Depression, Atemnot und Abweichungen auf dem EKG.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen, Elektrolyt und Flüssigkeitsanomalien (Hypophosphatämie, hypertonische Dehydration), bei hohen Dosierungen von Magnesiumsulfat wurde über Einzelfälle von maternaler und fetaler Hypokalzämie berichtet, Atemdepression, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Koma, undeutliche Sprache, Doppeltsehen, Verlust der Sehnenreflexe aufgrund einer neuromuskulären Blockade, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, EKG anomal (verlängerte PR-Strecke, QRS-Komplex verlängert und QT verlängert), Bradykardie, Hitzegefühl auf der Haut, Hypotension aufgrund peripherer Vasodilatation, Muskelschwäche, Durst, insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion kann es zu einer Akkumulation von Magnesiumsulfat kommen, die ausreicht, um toxische Wirkungen hervorzurufen, zu schnelle Verabreichung: Vasodilatation, verringerter Blutdruck, lokal: kann Reizungen der Venen verursachen, Extravasation kann Gewebeschäden verursachen

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Magnesium und seine Salze oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Hepatische Enzephalopathie, Leberversagen, Nierenversagen
  • Schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 30 ml/min), Anurie
  • Die parenterale Gabe dieses Arzneimittels ist bei Patienten mit Herzblock (Klasse I - III) oder myokardialer Schädigung oder Myasthenia Gravis kontraindiziert.

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Die intravenöse Verabreichung muss langsam unter regelmäßiger Kontrolle des klinischen Bildes (Atmung, Blutdruck, Patellasehnenreflex, Harnausscheidung) und des Magnesiumspiegels erfolgen. Eine schnelle Verabreichung kann beim Patienten zu einem sehr warmen Gefühl und im schlimmsten Falle zu einem Atem- oder Herzstillstand führen.

Bei der intravenösen Anwendung bei Kindern sollte die Geschwindigkeit der Verabreichung 0,1 mL/kg Körpergewicht/Minute Magnesium 0,4 mmol/mL (entsprechend 0,04 mmol/kg Körpergewicht/Minute ≈ 0,001 g/kg Körpergewicht/Minute Mg) nicht überschreiten. [SmPC Magnesium DEMO]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

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Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

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Selen

Selen

Selenase
A12CE02
ANDERE MINERALSTOFFE

Selen

Selenase
A12CE02

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Referenzen

  1. Pharmachemie BV, RVG 52332, www.cbg-meb.nl, 8 feb 1993, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h51948-h52332.pdf (geraadpleegd 07 april 2010)
  2. Mohammed S et al, Intravenous and nebulised magnesium sulphate for acute asthma: systematic review and meta-analysis., Emerg Med J, 2007, Dec;24(12), 823-30
  3. Rowe BH, Magnesium sulfate for treating exacerbations of acute asthma in the emergency department, Cochrane Database Syst Rev, 2000, (2), CD001490
  4. Cheuk DK et al, A meta-analysis on intravenous magnesium sulphate for treating acute asthma, Arch Dis Child, 2005, Jan;90(1), 74-7
  5. Devi PR et al, Intravenous magnesium sulfate in acute severe asthma not responding to conventional therapy, Indian Pediatr, 1197, May;34(5), 389-97
  6. Scarfone RJ, A randomized trial of magnesium in the emergency department treatment of children with asthma, Ann Emerg Med, 2000, Dec;36(6):, 572-8
  7. Gürkan F et al, Intravenous magnesium sulphate in the management of moderate to severe acute asthmatic children nonresponding to conventional therapy, Eur J Emerg Med, 1999, Sep;6(3), 201-5
  8. Ciarallo L, Higher-dose intravenous magnesium therapy for children with moderate to severe acute asthma, Arch Pediatr Adolesc Med, 2000, Oct;154(10), 979-83
  9. Ciarallo L et al, Intravenous magnesium therapy for moderate to severe pediatric asthma: results of a randomized, placebo-controlled trial, J Pediatr, 1996, Dec;129(6), 809-14
  10. NVK, Richtlijn Astma bij Kinderen [Leitlinie Asthma bei Kindern], 2013
  11. Turner, NM, Leroy, P, Advanced Paediatric Life Support, de Nederlandse editie, Bohn, Stafleu van Loghum, 2017, 5e druk
  12. Global Initiative for Asthma (GINA), Global strategy for Asthma management and prevention, https://ginasthma.org/gina-reports/, 2020, 159-60
  13. DEMO S.A. Pharmaceutical Industry, SmPC Magnesium DEMO 0,4 mmol/ml Injektions-/Infusionslösung, 07/2024
  14. DEMO S.A. Pharmaceutical Industry, SmPC Magnesium DEMO 2,0 mmol/ml Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- /Infusionslösung, 07/2024

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Änderungsverzeichnis

  • 21 Juli 2021 09:33: Erläuterung zum Salz hinzugefügt
  • 15 Januar 2021 23:21: Neu: Inhalative Anwendung von Magnesiumsulfat bei Status asthmaticus auf Basis der GINA-Leitlinie

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