Pamidronsäure

Wirkstoff
Pamidronsäure
Handelsname
Pamidro-cell, Pamifos®; Syn.: Pamidronat
ATC-Code
M05BA03

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Pamidronsäure gehört zur Gruppe der Bisphosphonate. Durch eine Bindung mit Hydroxyapatitkristallen wird die Osteoklasten Aktivität und die damit verbundene Knochenresorption gehemmt.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es liegen keine speziellen Daten für Kinder vor.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Osteogenesis imperfecta
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label 

  • Chronische oder nicht schwerwiegende symptomatische Hypercalcämie
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intravenös bei Osteogenesis imperfecta

Für diese Indikation hat Pamidronsäure keine Zulassung in Deutschland.

Intravenös bei Chronischer oder nicht schwerwiegender symptomatischer Hypercalcämie

Für diese Indikation hat Pamidronsäure keine Zulassung in Deutschland.

Zulassung bei Erwachsenen:

Intravenös bei tumorinduzierter Hypercalcämie.

Intravenös bei osteolytische Läsionen bei Patienten mit Knochenmetastasen infolge eines Mammakarzinoms. 

Intravenös beim multiplem Myelom (Stadium III).

[Ref.]

Präparate im Handel

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 3 mg/mL

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Pamidronsäure in Form von Dinatriumpamidronat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Pamidronsäure bezogen.

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Pamidronsäure ) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Schulungsmaterial Altersangabe
Pamifos® Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 3 mg/mL intravenös Die höchste Dosierung (90 mg) enthält 0,65 mmol Natrium. - Verdünnung gemäß Fachinformation.
Die Infusionsgeschwindigkeit sollte 60 mg/Stunde (1 mg/min) nicht überschreiten, und die Konzentration von Pamidronsäure Dinatriumsalz der Infusionslösung sollte 90 mg/250 mL nicht überschreiten.
Pamidronsäure darf nie als Bolusinjektion gegeben werden.
BfArM Schulungsmaterial Erwachsene

 

Die Fachinformationen wurden am 10.06.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Osteogenesis imperfecta
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • 2 mg/kg/Dosis, einmalig.

        Infusion über 4 h

      • off-label

Chronische oder nicht schwerwiegende symptomatische Hypercalcämie
  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • 0,5 - 1 mg/kg/Dosis Infusion über 4 h an 2-3 aufeinanderfolgenden Tagen verabreichen, alle 6-8 Wochen wiederholen.
      • off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.

GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Da sich die Pamidroninsäure an das Knochengewebe bindet, kann eine Knochen-Szintigraphie gestört werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Hypokalzämie, Hypophosphatämie, Fieber und grippeähnliche Symptome, manchmal begleitet von Unwohlsein, Schüttelfrost, Erschöpfung und Flush

Häufig (1-10 %): Anämie, Thrombozytopenie, Lymphopenie, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, symptomatische Hypokalzämie (Parästhesien, Tetanie), Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Konjunktivitis, Hypertonie, Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Bauchschmerzen, Diarrhö, Obstipation, Gastritis, Hautausschlag, vorübergehende Knochenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Reaktionen an der Infusionsstelle (Schmerzen, Rötung, Schwellung, Verhärtung, Phlebitis, Thrombophlebitis), allgemeiner Körperschmerz, erhöhte Kreatininwerte im Serum

Gelegentlich (0,1-1 %): allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen, Bronchospasmus/Dyspnoe, Quincke-Ödem (angioneurotisches Ödem); Krampfanfälle, Agitation, Schwindel, Lethargie, Uveitis (Iritis, Iridozyklitis), Hypotonie, Dyspepsie, Pruritus, Muskelkrämpfe, Osteonekrose, akutes Nierenversagen, abnorme Leberfunktionswerte, erhöhte Harnstoffwerte im Serum

Selten (0,01-0,1 %): atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen, fokal-segmentale Glomerulosklerose einschließlich kollabierender Variante, nephrotisches Syndrom

Sehr selten (<0,01 %): Reaktivierung von Herpes simplex, Reaktivierung von Herpes zoster, Leukopenie, anaphylaktischer Schock, Hyperkaliämie, Hypernatriämie, Verwirrtheitszustand, visuelle Halluzinationen, Skleritis, Episkleritis, Xanthopsie, Linksherzinsuffizienz (Dyspnoe, Lungenödem), Stauungsinsuffizienz (Ödem) infolge Flüssigkeitsüberladung, akutes Atemnot-Syndrom, interstitielle Lungenerkrankung, Knochennekrose des äußeren Gehörgangs (Nebenwirkung der Arzneimittelklasse der Bisphosphonate), Verschlechterung der Nierenfunktion bei Patienten mit vorbestehender Nierenerkrankung, Hämaturie, Nierentubulusstörung, tubulointerstitielle Nephritis, Glomerulonephropathie

Häufigkeit nicht bekannt: Augenhöhlenentzündung, Vorhofflimmern, Osteonekrose des Kieferknochens

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

Hier melden

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Bisphosphonate oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Stillzeit

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Die standardisierte Wechselwirkungsrecherche des Kinderformulariums führte zu keiner klinisch relevanten Interaktion.

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

MITTEL MIT EINFLUSS AUF DIE KNOCHENSTRUKTUR UND DIE MINERALISATION

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Bisphosphonate

Alendronsäure

Fosamax®, Binosto®, Tevanate®
M05BA04

Risedronsäure

Actonel®
M05BA07
Andere Mittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die Mineralisation

Burosumab

Crysvita®
M05BX05

Denosumab

Bomyntra, Degevma, Osenvelt™, Xbryk, Xgeva®, Zvogra®
M05BX04
MITTEL MIT EINFLUSS AUF DIE KNOCHENSTRUKTUR UND DIE MINERALISATION

Alendronsäure

Fosamax®, Binosto®, Tevanate®
M05BA04

Burosumab

Crysvita®
M05BX05

Denosumab

Bomyntra, Degevma, Osenvelt™, Xbryk, Xgeva®, Zvogra®
M05BX04

Risedronsäure

Actonel®
M05BA07

Referenzen

  1. Rademaker C.M.A. et al, Geneesmiddelen-formularium voor Kinderen [Arzneimittel-Formularium für Kinder], 2007
  2. Noordam C et al., Werkboek Kinderendocrinologie [Arbeitsbuch Kinderendokrinologie], digitale Veröffentlichung auf www.nvk.nl (nur für Mitglieder), 2010
  3. medac, SmPC Pamifos® 3mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (59200.00.00), 04/2022

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung