Chikungunya-Impfstoff

Wirkstoff
Chikungunya-Impfstoff
Handelsname
Ixchiq, Vimkunya
ATC-Code
J07BP01

Chikungunya-Impfstoff


Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Rekombinanter Protein-Impfstoff aus virusähnlichen Partikeln  des Chikungunya-Virus (CHIKV). Man geht davon aus, dass die Schutzwirkung vor einer CHIKV-Infektion eintritt, indem die Bildung neutralisierender Antikörper gegen die enthaltenen CHIKV- Proteine C, E1 und E2 induziert wird, was zur Neutralisierung des Lebendvirus führt.

Chikungunya ist eine Krankheit, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) verursacht wird, das in den subtropischen Regionen Amerikas, Afrikas, Südostasiens, Indiens und der Pazifikregion vorkommt. CHIKV wird durch den Stich einer infizierten Stechmücke auf den Menschen übertragen. Die meisten Menschen, die sich mit CHIKV infizieren, bekommen plötzlich Fieber und starke Schmerzen in mehreren Gelenken. Andere Symptome können Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschwellungen oder Hautausschlag sein.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Aktive Immunisierung gegen das Chikungunya-Virus
    • intramuskulär
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen 

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intramuskulär für die aktive Immunisierung zur Prävention einer Erkrankung, die durch das Chikungunya-Virus (CHIKV) verursacht wird.

Kinder unter 12 Jahren:
Die Sicherheit und Wirksamkeit ist bei Kindern im Alter von unter 12 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Jugendliche ab 12 Jahren: 
Vimkunya: Es wird eine Einzeldosis von 0,8 ml verabreicht.
Ixchiq: Es wird eine Einzeldosis von 0,5 ml verabreicht.

[Ref.]

Präparate im Handel

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Injektionssuspension in einer Fertigspritze

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Präparat im Handel:

Präparat Darreichungsform Stärke je Dosis Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Ixchiq▼  Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung 0,5 mL enthalten Chikungunya-Virus (CHIKV) Δ5nsP3-Stamm (lebend, abgeschwächt) nicht weniger als 3,0 log10
TCID50
intramuskulär "natriumfrei" Saccharose
Sorbitol
Rekonstitution gemäß Fachinformation. Danach Verabreichung innerhalb von 2 h in den Deltamuskel. ab 12 Jahren
Vimkunya▼  Injektionssuspension 0,8 mL enthalten 40 µg virusähnliche Partikel des Chikungunya-Virus, adsorbiert an wasserhaltigem Aluminiumhydroxid intramuskulär "natriumfrei" Saccharose Unmittelbar vor Gebrauch schütteln. Verabreichung in den Deltamuskel. ab 12 Jahren


„natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit, ▼ unterliegt zusätzlicher Überwachung – Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden

Die Fachinformationen wurden am 29.07.2026 aufgerufen.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Hinweis

Aktuelle Impfempfehlungen siehe RKI.


Dosierungsempfehlungen

Aktive Immunisierung gegen das Chikungunya-Virus bei Personen mit hohem Risiko
  • Intramuskulär
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [3]
      • Ixchiq (rekonstituiert): 0,5 ml/Dosis, einmalig.
      • Vimkunya: 0,8 ml/Dosis, einmalig.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Häufigste Nebenwirkungen bei Kindern im Alter von 12 bis 18 Jahren: Kopfschmerzen (51,0 %), Muskelschmerzen (26,9 %), Fieber (24,1 %), Müdigkeit (22,3 %), Übelkeit (15,9 %) und Gelenkschmerzen (12,9 %). [SmPC Ixchiq]

Es liegen Berichte über schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen vor, darunter Enzephalitis und Meningitis. [DHPC 2026]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Ixchiq:

Sehr häufig (>10 %): Kopfschmerzen, Übelkeit, Myalgie, Arthralgie, Ermüdung/Fatigue, Fieber, Reaktionen an der Impfstelle (Empfindlichkeit, Schmerzen, Erythem, Verhärtung, Schwellung), verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen, erhöhter Leberfunktionstest (einschließlich ALT, AST erhöht)

Häufig (1-10 %): Lymphadenopathie, Schwindelgefühl, Augenschmerzen, Erbrechen, Diarrhö, Ausschlag, Rückenschmerzen, Schüttelfrost

Gelegentlich (0,1-1 %): Thrombozytopenie, Parästhesie, Synkope, Tinnitus, Atemnot, Hyperhidrose, Asthenie, periphere Ödeme, Unwohlsein, verminderter Appetit

Selten (0,01-0,1 %): hypovolämische Hyponatriämie, Verwirrtheit

Häufigkeit nicht bekannt: Enzephalopathie, Enzephalitis, aseptische Meningitis


Vimkunya:

Sehr häufig (>10 %): Schmerzen an der Injektionsstelle, Ermüdung/Fatigue, Kopfschmerzen, Myalgie

Häufig (1-10 %): Schüttelfrost, Unwohlsein, Arthralgie, Übelkeit

Gelegentlich (0,1-1 %): Rötung/Schwellung/blauer Fleck an der Injektionsstelle, Fieber, Schwindelgefühl, Nasenverstopfung, Ausschlag

Selten (0,01-0,1 %): Parästhesie, Schmerz in einer Extremität, Diarrhö, Lippe geschwollen, Lymphadenopathie, Gastroenteritis, Schmerzen im Oropharynx, Rhinorrhö

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

Hier melden

Kontraindikationen bei Kindern

Die Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter oder unterdrückter Immunfunktion ist kontraindiziert [DHPC 2026].

Kontraindikationen allgemein

  • Ixchiq: Immundefiziente oder immunsupprimierte Personen infolge von Krankheit oder medizinischer Therapie (z. B. bei malignen Tumoren, Chemotherapie, immunsuppressiver Therapie, angeborener Immunschwäche oder HIV-Infektion mit schwerer Immunsuppression)

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Im Juli 2026 wurde eine DHPC zum Chikungunya-Impfstoff Ixchiq veröffentlicht. Nach Berichten über schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen, darunter Enzephalitis und Meningitis, wurde die Indikation eingeschränkt. Ixchiq darf nur bei Personen ab 12 Jahren angewendet werden, die einem hohen Risiko einer Chikungunya-Infektion ausgesetzt sind. Die Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter oder unterdrückter Immunfunktion ist kontraindiziert. Eine gleichzeitige Verabreichung mit anderen Impfstoffen wird nicht empfohlen. [DHPC 2026]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Beachte: Rote-Hand-Brief vom 18.09.2025 (Rote-Hand-Brief zu IXCHIQ® (Chikungunya-Impfstoff (lebend-attenuiert)): Aufhebung der vorübergehenden Kontraindikation bei Erwachsenen ab 65 Jahren; Warnung vor schweren Nebenwirkungen, einschließlich Enzephalitis.

Beachte: Rote-Hand-Brief vom 14.07.2026 (Rote-Hand-Brief zu IXCHIQ® (Chikungunya-Impfstoff, lebend)): Anwendung
eingeschränkt auf Personen mit hohem Risiko für eine Chikungunya-Infektion.

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Referenzen

  1. Valneva Austria GmbH, SmPC Ixchiq (EU/1/24/1828/001) Rev 6, 09/2025, www.ema.europa.eu
  2. DHCP, News item: The Ixchiq vaccine should only be used in people at high risk of chikungunya, 07/2026, https://www.cbg-meb.nl/actueel/nieuws/2026/07/14/dhpc-ixchiq
  3. Bavarian Nordic A/S, SmPC Vimkunya Injektionssuspension in einer Fertigspritze (EU/1/25/1916/001), 02/2025

Änderungsverzeichnis

  • 29 Juli 2026 22:04: Aktualisierung der Warnhinweise: Anwendung eingeschränkt auf Personen mit hohem Risiko für eine Chikungunya-Infektion gemäß Rote Handbrief 14.07.2026
  • 13 Oktober 2025 13:45: Neue Monographie

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung