Pharmakodynamik
Magnesium ist das am zweithäufigsten auftretende Kation in der intrazellulären Flüssigkeit und ein essentieller Körperelektrolyt. Es ist ein Co-Faktor in zahlreichen Enzymsystemen und am Phosphattransfer, der Muskelkontraktion und der neuronalen Transmission beteiligt.
Pharmakokinetik bei Kindern
Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.
Zulassung der Dosierungsempfehlungen
- Status asthmaticus
- intravenös
- ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
- inhalativ
- ≥2 Jahre bis <6 Jahre: off-label
- Hypomagnesiämie
- intravenös
- ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
- Ventrikuläre Arrhythmien
- intravenös
- ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
Auszug aus Fachinformation
Auszug aus Fachinformation
Textauszug aus Fachinformation
Intravenös zur Behandlung von Magnesiummangel bei nachgewiesener Hypomagnesiämie.
Neugeborene:
1 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 100 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), nach Bedarf alle 6 - 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.
Säuglinge und Kinder von 1 Monat bis 11 Jahre:
0,5 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 50 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), nach Bedarf alle 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.
Jugendliche von 12 bis 17 Jahren:
10 ml Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 1000 mg Magnesium-Heptahydrat), nach Bedarf alle 12 Stunden, als intravenöse Injektion über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben.
Intravenös zur Vorbeugung und Behandlung von Hypomagnesiämie bei Patienten, die vollständig parenteral ernährt werden.
Neugeborene und Säuglinge (bis 12 Monate):
Täglich 0,1 ml/kg Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 10 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), in einer Infusionslösung, gegeben als intravenöse Infusion.
Kinder (1 – 11 Jahre) und Jugendliche (12 – 17 Jahre):
Täglich 0,05 ml/kg Körpergewicht Magnesium 0,4 mmol/ml (≙ 5 mg Magnesium-Heptahydrat/kg), in einer Infusionslösung, gegeben als intravenöse Infusion.
weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Bei Gebärenden zur Kontrolle und Vorbeugung von Krampfanfällen bei schwerer Präeklampsie
- Bei Gebärenden zur Kontrolle und Vorbeugung von wiederkehrenden Krampfanfällen bei Eklampsie
[Ref.]
Präparate im Handel
Injektions-/Infusionslösung 0,4 mmol/mL
Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung 2,0 mmol/mL
Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Magnesium in Form von Magnesiumsulfat-Heptahydrat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration der Fertigarzneimittel bezieht sich auf Magnesiumsulfat-Heptahydrat während sich die Dosierungsempfehlungen auf Magnesiumsulfat beziehen.
Umrechnung: 10 mg Magnesiumsulfat-Heptahydrat ≙ 4,9 mg Magnesiumsulfat ≙ 0,04 mmoL Magnesium
Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):
| Präparat |
Darreichungsform |
Stärke (Magnesiumsulfat-Heptahydrat) |
Applikationsweg |
Natriumgehalt |
Problematische Hilfsstoffe |
Anwendungshinweis |
Altersangabe |
| Magnesium DEMO |
Injektions-/Infusionslösung |
100 mg/mL |
intravenös |
k.A. |
- |
Intravenöse Infusion: Infusion über eine volumetrische Infusionsvorrichtung. Intravenöse Injektion: Gabe durch eine langsame i.v.-Injektion. |
ab Neugeborenenalter |
| Magnesium DEMO |
Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung |
500 mg/mL |
intravenös |
k.A. |
- |
Verdünnung gemäß Fachinformation. |
ab Neugeborenenalter |
k.A.: keine Angabe
Die Fachinformationen wurden am 06.03.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Lieferengpässe/weitere praktische Informationen
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
Dosierungsempfehlungen
| Status asthmaticus |
- Intravenös
-
1 Monat
bis
18 Jahre
[2]
[3]
[4]
[5]
[6]
[7]
[8]
[9]
[10]
-
Magnesiumsulfat:
40
mg/kg/Dosis
in 10-15 min.
Maximale Einzeldosis:
2 g/Dosis.
off-label
- Inhalativ
|
| Hypomagnesiämie, ventrikuläre Arrhythmien |
- Intravenös
-
1 Monat
bis
18 Jahre
[11]
|
Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate
Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern
Diarrhoe, Hypotonie, Muskelschwäche, Benommenheit. Bei Überdosierung oder zu schneller Verabreichung: Flush, ZNS-Depression, Atemnot und Abweichungen auf dem EKG.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein
Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen, Elektrolyt und Flüssigkeitsanomalien (Hypophosphatämie, hypertonische Dehydration), bei hohen Dosierungen von Magnesiumsulfat wurde über Einzelfälle von maternaler und fetaler Hypokalzämie berichtet, Atemdepression, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Koma, undeutliche Sprache, Doppeltsehen, Verlust der Sehnenreflexe aufgrund einer neuromuskulären Blockade, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, EKG anomal (verlängerte PR-Strecke, QRS-Komplex verlängert und QT verlängert), Bradykardie, Hitzegefühl auf der Haut, Hypotension aufgrund peripherer Vasodilatation, Muskelschwäche, Durst, insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion kann es zu einer Akkumulation von Magnesiumsulfat kommen, die ausreicht, um toxische Wirkungen hervorzurufen, zu schnelle Verabreichung: Vasodilatation, verringerter Blutdruck, lokal: kann Reizungen der Venen verursachen, Extravasation kann Gewebeschäden verursachen
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Hier melden
Kontraindikationen allgemein
- Überempfindlichkeit gegen Magnesium und seine Salze oder einen der sonstigen Bestandteile
- Hepatische Enzephalopathie, Leberversagen, Nierenversagen
- Schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate unter 30 ml/min), Anurie
- Die parenterale Gabe dieses Arzneimittels ist bei Patienten mit Herzblock (Klasse I - III) oder myokardialer Schädigung oder Myasthenia Gravis kontraindiziert.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern
Die intravenöse Verabreichung muss langsam unter regelmäßiger Kontrolle des klinischen Bildes (Atmung, Blutdruck, Patellasehnenreflex, Harnausscheidung) und des Magnesiumspiegels erfolgen. Eine schnelle Verabreichung kann beim Patienten zu einem sehr warmen Gefühl und im schlimmsten Falle zu einem Atem- oder Herzstillstand führen.
Bei der intravenösen Anwendung bei Kindern sollte die Geschwindigkeit der Verabreichung 0,1 mL/kg Körpergewicht/Minute Magnesium 0,4 mmol/mL (entsprechend 0,04 mmol/kg Körpergewicht/Minute ≈ 0,001 g/kg Körpergewicht/Minute Mg) nicht überschreiten. [SmPC Magnesium DEMO]
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
Wechselwirkungen
Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.
ANDERE MINERALSTOFFE
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| ANDERE MINERALSTOFFE |
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A12CE02
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Referenzen
-
Pharmachemie BV, RVG 52332, www.cbg-meb.nl, 8 feb 1993, http://db.cbg-meb.nl/IB-teksten/h51948-h52332.pdf (geraadpleegd 07 april 2010)
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Turner, NM, Leroy, P, Advanced Paediatric Life Support, de Nederlandse editie, Bohn, Stafleu van Loghum, 2017, 5e druk
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Global Initiative for Asthma (GINA), Global strategy for Asthma management and prevention, https://ginasthma.org/gina-reports/, 2020, 159-60
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DEMO S.A. Pharmaceutical Industry, SmPC Magnesium DEMO 0,4 mmol/ml Injektions-/Infusionslösung, 07/2024
-
DEMO S.A. Pharmaceutical Industry, SmPC Magnesium DEMO 2,0 mmol/ml Injektionslösung oder Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- /Infusionslösung, 07/2024
Änderungsverzeichnis
- 21 Juli 2021 09:33: Erläuterung zum Salz hinzugefügt
- 15 Januar 2021 23:21: Neu: Inhalative Anwendung von Magnesiumsulfat bei Status asthmaticus auf Basis der GINA-Leitlinie
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Überdosierung