Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Prilocain

Wirkstoff
Prilocain
Handelsname
Takipril®, Xylonest®
ATC-Code
N01BB04

Pharmakodynamik

Prilocain ist ein Lokalanästhetikum vom Säureamidtyp. Prilocain hemmt die Funktion erregbarer Strukturen (z. B. alle Typen von Nervenfasern [sensorische, motorische, autonome Nervenfasern]). Es hebt, reversibel und örtlich begrenzt, die Erregbarkeit der schmerzvermittelnden sensiblen Endorgane und das Leitungsvermögen der sensiblen Nervenfasern auf, das Schmerzempfinden ist herabgesetzt, in weiterer Reihenfolge auch Kälte- bzw. Wärme-, Berührungs- und Druckempfinden.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

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Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Regionale Anästhesie
    • intravenös
      • ≥6 Monate bis <12 Jahre: off-label
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen (>4 mg/kg: off-label)
  • Infiltrationsanästhesie
    • perineural
      • ≥6 Monate bis <12 Jahre: off-label
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Intravenös zur regionalen Anästhesie

Kinder unter 6 Monaten:
Bei Kindern unter 6 Monaten darf Prilocain nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Methämoglobinämie besteht.

Kinder unter 12 Jahren:
Für Kinder unter 12 Jahren können aufgrund unzureichender Datenlage keine allgemeinen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Dosierung: 
Zur intravenösen Regionalanästhesie werden 4 mg/kg Körpergewicht injiziert. Diese Dosierung sollte nicht überschritten werden.

Perineural zur Infiltrationsanästhesie

Kinder unter 6 Monaten:
Bei Kindern unter 6 Monaten darf Prilocain nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Methämoglobinämie besteht.

Kinder unter 12 Jahren:
Für Kinder unter 12 Jahren können aufgrund unzureichender Datenlage keine allgemeinen Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

Dosierung: 
Die maximale Gesamtmenge an Prilocain ohne Adrenalinzusatz sollte bei Erwachsenen zur Infiltrationsanästhesie 500 mg bzw. 7 mg/kg Körpergewicht nicht überschreiten. Im Allgemeinen sind für die Blockade großer Nerven höhere Konzentrationen von Prilocainhydrochlorid notwendig.

[Ref.]

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Plexusblockaden
- Ischiadikus-/3-in-1-Blockade

[Ref.]

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Präparate im Handel

Injektionslösung 0,5 %, 1 %, 2 %

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Prilocain in Form von Prilocainhydrochlorid. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Prilocainhydrochlorid bezogen.

Umrechnung: 8,58 mg Prilocain ≙ 10 mg Prilocainhydrochlorid

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Prilocainhydrochlorid) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Xylonest® 0,5% Fl. 50 ml Injektionslösung 0,5 % Infiltration 3,2 mg Natrium/ml Methyl-4-hydroxybenzoat
Propyl-4-hydroxybenzoat
Die Gesamtdosis sollte langsam oder fraktioniert in steigender Dosierung injiziert werden, wobei die vitalen Funktionen des Patienten unter dauerndem verbalem Kontakt streng zu überwachen sind. Falls die anzuwendende Menge das Volumen von 15 mL überschreitet, ist die konservierungsmittelfreien Lösungen vorzuziehen. ab 12 Jahren
Xylonest® 0,5% Injektionslösung Injektionslösung 0,5 % Infiltration
intravenös
3,14 mg Natrium/ml -
Xylonest® 1% Fl. 50 ml Injektionslösung 1 % Infiltration 2,35 mg Natrium/ml Methyl-4-hydroxybenzoat
Propyl-4-hydroxybenzoat
Xylonest® 1% Injektionslösung Injektionslösung 1 % Infiltration 2,35 mg Natrium/ml -

 

Die Fachinformationen wurden am 22.04.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

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Dosierungsempfehlungen

Regionale Anästhesie
  • Intravenös
    • 6 Monate bis 12 Jahre
      [1]
      • Prilocain-HCl: bis maximal 5 mg/kg/Dosis, einmalig.
      • Bei Kindern mit Übergewicht und Flüssigkeitsansammlungen ist eine schrittweise Dosisreduktion erforderlich, die sich am Idealgewicht orientieren sollte.

        off-label

    • ≥ 12 Jahre
      [1]
      • Prilocain-HCl: 200 - 300 mg/Dosis, einmalig. Max: 500 mg/Dosis.
Infiltrations-/Nervenstammanästhesie
  • Perineural
    • 6 Monate bis 12 Jahre
      [1]
      • Prilocain-HCl: bis maximal 5 mg/kg/Dosis, einmalig.
      • Bei Kindern mit Übergewicht und Flüssigkeitsansammlungen ist eine schrittweise Dosisreduktion erforderlich, die sich am Idealgewicht orientieren sollte.

        off-label

    • ≥ 12 Jahre
      [1]
      • Prilocain-HCl: 300 - 500 mg/Dosis, einmalig. Fingerblockade: 10-50 mg
        Pro interkostalem Nerv: 20-50 mg, maximal 10 Nerven gleichzeitig.

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Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Keine Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung vorhanden.

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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Hypotonie, Übelkeit

Häufig (1-10 %): Parästhesien, Schwindel, Erbrechen

Gelegentlich (0,1-1 %): Anzeichen und Symptome von ZNS-Toxizität (Krämpfe, zirkumorale Parästhesien, Taubheitsgefühl auf der Zunge, abnormale Hörschärfe, visuelle Störungen, Tremor, Ohrensausen, Sprachstörungen, Bewusstseinsverlust), Bradykardie, Hypertonie

Selten (0,01-0,1 %): Methämoglobinämie, Zyanose, allergische Reaktionen, anaphylaktische Reaktionen/anaphylaktischer Schock, Neuropathie, Schäden an peripheren Nerven, Arachnoiditis, Doppeltsehen, Herzstillstand, Arrhythmien, Atemdepression

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen bei Kindern

Prilocain darf bei Kindern, die jünger als 6 Monate sind, nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Methämoglobinämie besteht. [SmPC Xylonest]

Kontraindikationen allgemein

  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Amidtyp (z. B. Prilocainhydrochlorid) oder einen der sonstigen Bestandteile
  • schwere Überleitungsstörungen am Herzen
  • schwere Anämie
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • kardiogener und hypovolämischer Schock
  • angeborene oder erworbene Methämoglobinämie

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

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Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

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Amide

Bupivacain

Bucain®, Carbostesin®
N01BB01

Lidocain

Licain®, Xylocain®, Xylocitin®, weiterer ATC-Code: C01BB01
N01BB02

Lidocain + Prilocain

Anesderm®, Emla®, Emulus®, Tapfi®
N01BB20
N01BB52

Ropivacain

Naropin®
N01BB09
LOKALANÄSTHETIKA

Bupivacain

Bucain®, Carbostesin®
N01BB01

Lidocain

Licain®, Xylocain®, Xylocitin®, weiterer ATC-Code: C01BB01
N01BB02

Lidocain + Prilocain

Anesderm®, Emla®, Emulus®, Tapfi®
N01BB20
N01BB52

Ropivacain

Naropin®
N01BB09

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Referenzen

  1. AstraZeneca BV, SmPC Citanest (RVG 07820) 12-06-2017, www.geneesmiddeleninformatiebank.nl

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