Dexamfetamin ist das rechtsdrehende Isomer der racemischen Mischung von Amphetamin. Als indirekt wirkendes Sympathomimetikum hat es eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem (ZNS).
Diese pharmakokinetischen Parameter wurden nach einmaliger Verabreichung von 5 mg ermittel [SmPC Attentin]:
Cmax: 11,3 ng/mL
Tmax: 1,5 h
T1/2: 10 h
Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation
Tabletten 5 mg, 10 mg, 20 mg
Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Dexamfetamin in Form von Dexamfetaminhemisulfat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Dexamfetaminhemisulfat bezogen.
Dexamfetamin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG Anlage III (zu § 1 Abs. 1)).
Präparat im Handel (ausgewähltes Beispiel):
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Dexamfetaminhemisulfat) |
Anwendungshinweis |
Problematische Hilfsstoffe |
Schulungsmaterial |
Altersangabe |
| Attentin® | Tabletten | 5 mgT4 10 mgT4 20 mgT4 |
Zur Teilung wird die Tablette mit der Rückseite auf eine harte Unterlage gelegt und mit dem Zeigefinger vorsichtig auf die Mitte der Oberseite der Tablette gedrückt. Die Tablette zerfällt dann in 4 Teile. Mit Flüssigkeit zu oder direkt nach den Mahlzeiten einnehmen (täglich gleich). |
- | Blaue Hand | ab 6 Jahren |
T4: in 4 gleiche Teile teilbar
Die Fachinformationen wurden am 02.06.2026 aufgerufen.
Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.
Es gibt eine NRF-Rezepturvorschrift:
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
| Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) |
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|
Es liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Dexamfetamin bei Patienten mitNieren- oder Leberinsuffizienz vor. Bei dieser Patientengruppe kann sowohl der maximale Dexamfetamin-Plasmaspiegel höher als auch die Ausscheidungszeit (von Dexamfetamin) verlängert sein. Dies sollte bei der Dosierung und Titration berücksichtigt werden. [SmPC Attentin]
Sehr häufig (> 10%): Verminderter Appetit, verringerte Gewichts- und Größenzunahme bei längerer Anwendung bei Kindern, Schlaflosigkeit, Nervosität
Häufig (1-10%): Arrhythmien, Herzrasen, Tachykardie, Abdominalschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, trockener Mund, Veränderung des Blutdrucks und der Herzfrequenz (gewöhnlich Erhöhung), Arthralgie, Schwindel, Dyskinesie, Kopfschmerzen, Hyperaktivität, abnormales Verhalten, Aggressivität, Erregungs- und Angstzustände, Depression, Reizbarkeit
Selten (0,01–0,1%): Angina pectoris, Akkomodationsstörungen, verschwommenes Sehen, Mydriasis, Müdigkeit, Wachstumsverzögerung bei längerer Anwendung bei Kindern, Hautausschlag, Urtikaria
Sehr selten (< 0,01%), Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, thrombozytopenische Purpura, Herzstillstand, Leberfunktionsstörung, Erhöhung der Leberenzymwerte, hepathisches Koma, Muskelkrämpfe, Konvulsionen, choreoathetotische Bewegungen, intrakranielle Hämorrhagie, Tourette Syndrom, Halluzinationen, Psychose/psychotische Reaktionen, Selbstmordversuch (einschließlich vollendeter Selbstmord), Tics, Verschlimmerung vorbestehender Tics, Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Arzneimittelexanthem, zerebrale Vaskulitis und/oder Hirngefäßverschluss
Häufigkeit nicht bekannt: Kardiomyopathie, Myokardinfarkt, ischämische Kolitis, Diarrhoe, Brustschmerz, Hyperpyrexie, Überempfindlichkeit einschließlich von Angioödem und Anaphylaxie, plötzliche Todesfälle, Azidose, Rhabdomyolyse, Ataxie, Benommenheit, Dysgeusie, Konzentrationsstörungen, Hyperreflexie, Schlaganfall, Tremor, Verwirrtheit, Delirium, Drogenabhängigkeit, Dysphorie, emotionale Labilität, Euphorie, Beeinträchtigungen der Leistungen in kognitiven Tests, veränderte Libido, Nachtangst, Zwangsverhalten, Panikzustände, Paranoia, Ruhelosigkeit, Nierenschädigung, Impotenz, Schwitzen, Alopezie, Raynaud-Syndrom, kardiovaskulärer Kollaps, toxischer hypermetabolischer Zustand (gekennzeichnet durch: vorübergehende Hyperaktivität, Hyperpyrexie, Azidose und Tod durch kardiovaskulären Kollaps)
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
[SmPC Attentin]
Die Behandlung muss unter Beobachtung von fachärztlichem Personal für Verhaltensstörungen bei Kindern und/oder Jugendlichen stattfinden.
Vor Beginn der Behandlung: Beurteilung des kardiovaskulären Status (Blutdruck, Herzfrequenz, plötzliche Herzerkrankungen/unerwarteter Tod in der Familienanamnese); psychische Störungen oder Symptome (in der Anamnese); Erfassung von Körpergröße und -gewicht in einem Wachstumsdiagramm.
Während der Behandlung:
- Überwachung und Dokumentation des Wachstums (Größe, Gewicht, Appetit). Bei Verdacht auf Wachstumsverzögerung ist die Behandlung zu unterbrechen.
- Erfassung der psychischen Verfassung (Entwicklung oder Verschlechterung neuer oder bereits bestehender psychiatrischer Störungen)
- Überwachung und Dokumentation des kardiovaskulären Status (Blutdruck, Puls)
- Überwachung hinsichtlich des Risikos von Zweckentfremdung, Fehlgebrauch und Missbrauch
Die Behandlung bei Anzeichen einer zerebralen Vaskulitis (schwere Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl, Schwäche, Lähmungen und Beeinträchtigungen von Koordination, Sehen, Sprechen, Sprache
oder Gedächtnis) unverzüglich absetzen.
Das Absetzen kann außerdem bei der Entstehung oder Verschlechterung psychischer Störungen, suizidaler Neigungen, der Zunahme epileptischer Anfälle, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie sowie Anzeichen von Nieren- und Leberfunktionsstörungen angebracht sein. Treten unerwünschte Veränderungen des Verhaltens auf, ist zu erwägen, die Dosis zu ändern oder die Behandlung abzubrechen.
Bei Patienten mit bipolaren Störungen kann es zur Auslösung eines gemischten/-manischen Schubs kommen.
Chronischer Missbrauch von Dexamfetamin kann zu Toleranz, sehr schwerer psychischer Abhängigkeit und schweren sozialen Auswirkungen führen.
Absetzen: stufenweise Reduktion der Dosis und eine sorgfältige Überwachung nötig. Ein abruptes Absetzen nach längerer Einnahme oder nach Missbrauch kann zu extremer Müdigkeit, vermehrter Nahrungsaufnahme, Depression und möglichen Veränderungen im Schlaf-EEG führen.
[SmPC Attentin]
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
| Monoaminooxidase- Hemmer (z.B. Selegilin) | Blutdruckanstieg und Serotonin-Syndrom möglich. | Kontraindiziert. |
| Linezolid | Risiko für starken Blutdruckanstieg und hypertensive Krisen erhöht. | Kombination vermeiden. Es sollten mindestens 14 Tage zwischen der Gabe der beiden Arzneimittel gewartet werden. |
| Trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin, Imipramin) | Erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Nebenwirkungen. | Kombination vermeiden. |
| Phenylephrin | Additive Vasokonstriktion und Blutdrucksteigerung. | Kombination vermeiden. |
| Selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer (z.B. Citalopram) | Symptome des Serotonin-Syndroms möglich. | Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, sollten die Patienten besonders sorgfältig auf die Symptome eines Serotonin-Syndroms überwacht werden. |
| Halogenierte Narkotika (z.B. Sevofluran, Isofluran) | Erhöhtes Risiko von Herzrhythmusstörungen. | Wenn eine Narkose mit Inhalationsnarkotika geplant ist, soll Dexamfetamin möglichst eine ausreichende Zeit vorher abgesetzt werden (Fachinformation beachten). Umgekehrt soll das Inhalationsnarkotikum abgeatmet sein, bevor Dexamfetamin eingesetzt wird. |
| Haloperidol | Schwächung der zentral stimulierenden Wirkung von Dexamfetamin möglich. Das Risiko für akute Dystonien kann erhöht sein. | Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, Wirksamkeit von Dexamfetamin engmaschig überwachen. |
| Ethanol | Verstärkte zentralnervöse Wirkungen möglich. | Während der Behandlung mit Dexamfetamin muss der Konsum von Alkoholhaltigen Nahrungs- und Genussmitteln unterbleiben. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Zentral wirkende Sympathomimetika | ||
|---|---|---|
|
Strattera®
|
N06BA09 | |
|
Elvanse®
|
N06BA12 | |
|
Ritalin®, Medikinet®, Concerta®, Equasym retard®, Kinecteen®, Tuzulby
|
N06BA04 | |
| Xanthin-Derivate | ||
|---|---|---|
|
Peyona®, Gencebok®
|
N06BC01 | |
| PSYCHOSTIMULANZIEN, MITTEL ZUR BEHANDLUNG DER ADHS UND NOOTROPIKA | ||
|---|---|---|
|
Strattera®
|
N06BA09 | |
|
Peyona®, Gencebok®
|
N06BC01 | |
|
Elvanse®
|
N06BA12 | |
|
Ritalin®, Medikinet®, Concerta®, Equasym retard®, Kinecteen®, Tuzulby
|
N06BA04 | |