Rifampicin

Wirkstoff
Rifampicin
Handelsname
Eremfat
ATC-Code
J04AB02

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Rifampicin ist ein halbsynthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Ansamycine mit hauptsächlicher Wirkung gegen Mykobakterien. Der Wirkmechanismus beruht auf der Bindung an die bakterielle RNA-Polymerase und somit auf der Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese.
Es werden sowohl intra- als auch extrazellulär gelegene Keime erfasst. Das Wirkoptimum liegt im neutralen oder alkalischen Milieu (meist extrazellulär), im sauren Bereich (intrazellulär oder in käsigem Gewebe) ist die Wirksamkeit geringer.
Der Wirktyp von Rifampicin ist bakterizid bei proliferierenden Keimen mit deutlich weniger Aktivität bei ruhenden Keimen. Rifampicin zeigt gegenüber Mycobacterium tuberculosis einen konzentrationsabhängigen bakteriziden Effekt. Das Ausmaß der Bakterizidie hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve; Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab.

Pharmakokinetik bei Kindern

Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Tuberkulose
    • oral
      • ≥0 Monate bis <3 Monate: off-label
      • ≥3 Monate bis <18 Jahre: zugelassen
    • intravenös
      • ≥0 Monate bis <3 Monate: off-label
      • ≥3 Monate bis <18 Jahre: zugelassen
  • Infektionen bei cystischer Fibrose
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
  • Therapie von nichttuberkulöser Mykobakteriosen
    • oral
      • ≥1 Monat bis <6 Jahre: off-label
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
    • intravenös
      • ≥0 Jahre bis <6 Jahre: off-label
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Meningokokken-Prophylaxe
    •  oral
      • ≥0 Jahre bis <6 Jahre: off-label
      • ≥6 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Prophylaxe der Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Meningitis
    • oral
      • Neugeborene: off-label
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral/Intravenös zur Behandlung aller Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin, immer in Kombination mit weiteren gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Chemotherapeutika.

Kinder unter 3 Monaten:
Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Rifampicin kann für Kleinkinder unter 3 Monaten keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Kinder ab 3 Monaten:

Altersgruppe Tagesdosis in mg/kg Körpergewicht Zur Beachtung
Kinder ≥ 3 Monate bis < 12 Jahre 15 (10 – 20) Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Kindern ≥ 3 Monate und < 12 Jahre nicht überschreiten.
Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre 10 (8 – 12) Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Jugendlichen ≥ 12 und < 18 Jahren nicht überschreiten.

Oral/Intravenös zur Behandlung von pulmonalen, lokalisierten extrapulmonalen sowie disseminierten Infektionen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (NTM), immer in Kombination mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Antibiotika.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren:
Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahre: täglich 10 mg/kg Körpergewicht, max. 600 mg pro Tag.

Oral Prophylaxe der Meningokokken – Meningitis: zur Behandlung asymptomatischer Träger von Neisseria meningitidis zur Eliminierung von Meningokokken aus dem Nasopharynx. Die Chemoprophylaxe wird für folgende zwei Gruppen empfohlen: den Patienten nach der kurativen Behandlung und vor der Wiedereingliederung in die Gemeinschaft und alle Personen, die innerhalb von 10 Tagen vor dem Krankenhausaufenthalt den Oropharynxsekreten des Patienten ausgesetzt waren.

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren und unter 60 kg Körpergewicht:
2 × 10 mg/kg Körpergewicht pro Tag über 2 Tage

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren und über 60 kg Körpergewicht:
2-mal täglich 600 mg über 2 Tage

Oral Prophylaxe der Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Meningitis: zur Behandlung asymptomatischer Träger von H. influenzae und als Chemoprophylaxe exponierter Personen mit relevanter Immundefizienz bzw. -suppression. 

Kinder ab 1 Monat:
1-mal täglich 20 mg/kg Körpergewicht (600 mg nicht überschreiten) über 4 Tage.

Jugendliche:
1-mal täglich 600 mg über 4 Tage.

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Kombinationsbehandlung schwerwiegender grampositiver und gramnegativer nicht-mykobakterieller Infektionen mit Erregerempfindlichkeit gegenüber Rifampicin
- Therapie der Brucellose

[Ref.]

Präparate im Handel

Filmtabletten 150 mg, 300 mg, 450 mg, 600 mg
Sirup 100 mg/5 mL
Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung 300 mg, 600 mg

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Rifampicin in Form von Rifampicin-Natrium. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Rifampicin bezogen.

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Rifampicin) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Aroma Anwendungshinweis Altersangabe
EREMFAT Sirup Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 100 mg/5 ml oral „natriumfrei“ Natriumbenzoat
Polysorbat 80
Sucrose
Schokolade Zubereitung gemäß Fachinformation.
Vor jeder Anwendung schütteln.
Einnahme auf nüchternen Magen (mind. ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit).
Tuberkulose: ab 3 Monaten
EREMFAT Filmtabletten Filmtabletten 150 mgT2
300 mgT2
450 mgT2
600 mgT2
oral „natriumfrei“ Propylenglykol
Sorbitol
- Einnahme auf nüchternen Magen (mind. ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit). ab 6  Jahren
EREMFAT i.v. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung 300 mg/Ampulle
600 mg/Ampulle
intravenös „natriumfrei“ - - Rekonstitution gemäß Fachinformation
Die Infusionszeit sollte sich über 1 – 3 Stunden erstrecken.
Tuberkulose: ab 3 Monaten


T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen wurden am 18.12.2025 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

DZK (Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose) Behandlungshilfe Dosierungsrechner Kinder

Dosierungsempfehlungen

Gehe zu:

Tuberkulose
  • Oral
    • 0 Monate bis 3 Monate
      [2] [11]
      • 10 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • <3 Monaten: off-label

    • 3 Monate bis 18 Jahre und < 50 kg
      [2] [11]
      • 10 - 20 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 450 mg/Tag.
    • 3 Monate bis 18 Jahre und ≥ 50 kg
      [2]
      • 10 - 20 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 600 mg/Dosis.
  • Intravenös
    • 0 Monate bis 3 Monate
      [2] [11]
      • 10 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • <3 Monaten: off-label

    • 3 Monate bis 18 Jahre und < 50 kg
      [2]
      • 10 - 20 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 450 mg/Tag.
    • 3 Monate bis 18 Jahre und ≥ 50 kg
      [2]
      • 10 - 20 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 600 mg/Tag.
Infektionen bei cystischer Fibrose
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 1,2 g/Tag.
      • off-label

Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 1,2 g/Tag.
      • <6 Jahre: off-label

  • Intravenös
    • < 1 Woche
      [1]
      • 10 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • off-label

    • 1 Woche bis 1 Monat
      [1]
      • wenn keine Hyperbilirubinämie vorliegt: 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 1,2 g/Tag.
      • bei Hyperbilirubinämie: 10 mg/kg/Tag
        off-label

    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [1]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 1,2 g/Tag.
      • off-label

Meningokokken-Prophylaxe
  • Oral
    • 0 Monate bis 3 Monate
      [4] [10]
      • 10 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer:

        2 Tage

      • off-label

    • 3 Monate bis 12 Jahre
      [4] [10]
      • 20 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Max: 1,2 g/Tag.
      • Behandlungsdauer:

        2 Tage

    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [10]
      • 1.200 mg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer:

        2 Tage

Prophylaxe der Haemophilus influenzae Typ b (Hib)-Meningitis
  • Oral
    • Neugeborene
      [6]
      • 10 mg/kg/Tag in 1 Dosis
      • Behandlungsdauer:

        4 Tage

      • off-label

    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [5]
      • 20 mg/kg/Tag in 1 Dosis. Max: 600 mg/Dosis. Über 4 Tage.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Anpassung bei Nierenfunktionsstörung wie angegeben:

GFR 50-80 ml/min/1.73 m2
100 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden
GFR 30-50 ml/min/1.73 m2
100 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden
GFR 10-30 ml/min/1.73 m2
100 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden
GFR < 10 ml/min/1.73 m2
100 Prozent der Einzeldosis und Dosierungsintervall: 24 Stunden

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Erhöhung von Enzymaktivitäten wie SGOT (AST), SGPT (ALT), alkalischer Phosphatase, Gamma-Glutamyltranspeptidase

Häufig (1-10 %): leichte Überempfindlichkeitsreaktionen (Fieber, Erythema exsudativum multiforme, Pruritus, Urtikaria), Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Meteorismus, Diarrhö

Gelegentlich (0,1-1 %): Ikterus, Hepatomegalie

Selten (0,01-0,1 %): Eosinophilie, Leukopenie, Granulozytopenie, Thrombozytopenie, thrombozytopenische Purpura, Hypoprothrombinämie, hämolytische Anämie, disseminierte intravasale Koagulopathie, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Atemnot, asthmaartige Anfälle, Lungenödem, andere Ödeme, bis hin zum anaphylaktischen Schock, Menstruationsstörungen, Addison-Krise bei Addison-Patienten, Sehstörungen, Visusverlust, Optikusneuritis, akute Pankreatitis, Erhöhung von Bilirubin im Serum, Myopathien, Nierenfunktionsstörungen

Sehr selten (<0,01 %): Lupus-ähnliches Syndrom, Flu-Syndrom, schwere allergische Hautreaktionen wie toxische epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom) und exfoliative Dermatitis, Verwirrtheit, Psychosen, Ataxie, Konzentrationsunfähigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Parästhesien, Antibiotikaassoziierte Kolitis (pseudomembranöse Enterokolitis), Clostridioides difficile assoziierte Diarrhö, akute Hepatitis (in schweren Fällen tödlicher Verlauf möglich), Muskelschwäche, akutes Nierenversagen

Häufigkeit nicht bekannt: Vitamin-K-abhängige Koagulopathie, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), Porphyrie, bräunlich-rote Verfärbung der Tränenflüssigkeit, interstitielle Nephritis, Tubulusnekrosen, postnatale Blutungen bei der Mutter und dem Neugeborenen, leukozytoklastische Vaskulitis

Zusätzlich bei intravenöser Anwendung: Venenreizung (Häufigkeit nicht bekannt)

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Rifamycine oder einen der genannten sonstigen Bestandteile
  • Schwere Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzirrhose, Gallengangsobstruktion
  • Gleichzeitige Therapie mit den Proteaseinhibitoren Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Glecaprevir, Grazoprevir, Indinavir, Lopinavir, Paritaprevir, Ritonavir, Saquinavir, Tipranavir und Voxilaprevir
  • Gleichzeitige Therapie mit den Nichtstrukturprotein 5A- Inhibitoren Elbasvir, Ledipasvir, Ombitasvir, Pibrentasvir, Velpatasvir
  • Gleichzeitige Therapie mit dem potenziellleberschädigenden Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum Voriconazol
  • Gleichzeitige Therapie mit den nicht-nucleosidischen Reverse-Transkriptase Inhibitoren (NNRTI) Doravirin, Etravirin, Nevirapin und Rilpivirin
  • Gleichzeitige Therapie mit den Integrase Hemmern Bictegravir, Cabotegravir
  • Gleichzeitige Therapie mit dem pharmakokinetischen Booster Cobicistat
  • Gleichzeitige Therapie mit dem Polymerase-Inhibitor Dasabuvir und Sofosbuvir

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Keine Monotherapie zur Vermeidung von Resistenzen. Bei Verwendung über einen längeren Zeitraum Leberfunktion kontrollieren. Die Dosis ist bei Kindern mit reduzierter Leberfunktion anzupassen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

  • Bunazosin: Plasmakonzentration und AUC von Bunazosin sind vermindert
    • gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, Wirkungsverlust von Bunazosin wahrscheinlich
  • Aktivkohle: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, da Aktivkohle die Resorption von Rifampicin vermindert
    • Wirkungsverlust von Rifampicin möglich
  • Analgetika:
    • Paracetamol: Rifampicin kann den Abbau von Paracetamol beschleunigen, das Hepatotoxizitätsrisiko ist erhöht
      • die gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, enge Überwachung
    • Diclofenac: AUC und Cmax von Diclofenac sind vermindert
      • Wirkungsverlust von Diclofenac möglich, Überwachung wird empfohlen
    • Opiate/Opioide: Metabolismus der Opioide wird durch Rifampicin beschleunigt, Bioverfügbarkeit von Rifampicin kann verringert sein
      • Zeitlich versetzte Einnahme wird empfohlen, enge Überwachung, Dosiserhöhung der Opioide u. U. notwendig
  • Anästhetika:
    • Alfentanil: Elimination von Alfentanil ist beschleunigt (ca. 3-fach)
      • Wirkungsverlust von Alfentanil möglich, ggf. Dosisanpassung von Alfentanil notwendig
    • Ropivacain: Elimination von Ropivacain durch Aktivierung der CYP-Enzyme beschleunigt
      • Geringer Einfluss auf die Qualität und Dauer der Lokalanästhesie (Wechselwirkung erst dann, wenn Ropivacain in den Blutkreislauf eintritt)
  • Antiarrhythmika: Plasmakonzentration von Antiarrhythmika kann durch Rifampicin verringert sein
    • Herzrhythmuskontrolle angezeigt, ggf. Dosisanpassung der Antiarrhythmika notwendig 
    • Amiodaron, Chinidin, Disopyramid, Lorcainid, Propafenon, Tocainid
  • Antibiotika:
    • Pyrazinamid: Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko
    • Cotrimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol): Clearance von Rifampicin ist verringert, Plasmalevel, AUC und Cmax von Rifampicin erhöht
      • Gesteigerte Hepatotoxizität, Überwachung der Leberfunktion
    • Clarithromycin: Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, Wirkungsverlust von Clarithromycin möglich
    • Chloramphenicol, Doxycyclin: Wirkungsverlust von Doxycyclin und Chloramphenicol, Dosiserhöhung von Doxycyclin und Chloramphenicol notwendig
    • Ciprofloxacin, Moxifloxacin: Elimination von Moxifloxacin und Ciprofloxacin beschleunigt, jedoch ist keine Dosisanpassung notwendig
    • Dapson: Wirkungsverlust von Dapson möglich, ggf. Dosiserhöhung von Dapson
    • Linezolid: AUC und Cmax von Linezolid durch Rifampicin herabgesetzt, Wirkungsverlust von Linezolid möglich
    • Metronidazol: Elimination von Metronidazol beschleunigt, Wirkungsverlust von Metronidazol möglich, ggf. Dosisanpassung von Metronidazol
    • Telithromycin: AUC und Cmax von Telithromycin stark vermindert, gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, eine Therapie mit Telithromycin sollte frühestens zwei Wochen nach Ende der Rifampicin-Therapie erfolgen
  • Antimykotika:
    • Caspofungin: Plasmakonzentration von Caspofungin vermindert, Wirkungsverlust von Caspofungin, Dosiserhöhung von Caspofungin notwendig
    • Fluconazol: AUC, Cmax und Plasmakonzentration von Fluconazol durch Rifampicin herabgesetzt
      • Alternatives Antimykotikum sollte verwendet werden, Wirkungsverlust von Fluconazol möglich, enge Überwachung, ggf. Dosisanpassung von Fluconazol nötig
    • Itraconazol, Ketoconazol: AUC, Cmax und Plasmakonzentration von Itraconazol und Ketoconazol herabgesetzt
      • gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen
    • Voriconazol: Cmax und AUC von Voriconazol um 93 % bzw. 96 % herabgesetzt
      • Therapieversagen ➝ kontraindiziert
    • Terbinafin: Clearance von Terbinafin ist erhöht, jedoch ist keine Dosisanpassung notwendig
  • Antidiabetika:
    • Wirkung der Antidiabetika kann durch Rifampicin sowohl verstärkt als auch vermindert sein
    • Überwachung des Blutglukosespiegels, ggf. Dosisanpassung der Antidiabetika notwendig
    • Insulin und Derivate, Sulfonylharnstoffe, Biguanide, Glinide, DPP4-Hemmer
  • Protease-Inhibitoren:
    • Bioverfügbarkeit (AUC) der Proteaseinhibitoren ist durch Rifampicin herabgesetzt
    • Nicht kompensierbarer Wirkungsverlust der Proteaseinhibitoren ➝ kontraindiziert
      • Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Tipranavir, Saquinavir und Ritonavir
  • Hypnotika:
    • Plasmalevel von Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon vermindert
    • Wirkungsverlust von Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon möglich, Überwachung nötig
  • Antikoagulantien:
    • Wirkungsverlust von Phenprocoumon, Warfarin und anderen Cumarinen möglich, engmaschige Kontrolle der Quick- und INR Werte, insbesondere bei Therapiebeginn und -ende, ggf. Dosisanpassung von Phenprocoumon, Warfarin und anderen Cumarinen nötig.
    • Rivaroxaban: Plasmakonzentration von Rivaroxaban vermindert, gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen, Dosiserhöhung von Rivaroxaban notwendig
    • Apixaban, Dabigatran: Plasmakonzentration von Apixaban und Dabigatran vermindert, gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen
    • Phenprocoumon, Warfarin und andere Cumarine: Metabolismus wird durch Rifampicin beschleunigt, Gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden

Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

[Ref.]

MITTEL ZUR BEHANDLUNG DER TUBERKULOSE

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Antibiotika

Rifabutin

Mycobutin®
J04AB04
Hydrazide

Isoniazid

Isozid®
J04AC01
Andere Mittel zur Behandlung der Tuberkulose

Bedaquilin

Sirturo®
J04AK05

Delamanid

Deltyba®
J04AK06

Ethambutol

EMB Fatol®
J04AK02

Pyrazinamid

Pyrafat®; Syn.: PZA, Pyrazincarboxamid
J04AK01
MITTEL ZUR BEHANDLUNG DER TUBERKULOSE

Bedaquilin

Sirturo®
J04AK05

Delamanid

Deltyba®
J04AK06

Ethambutol

EMB Fatol®
J04AK02

Isoniazid

Isozid®
J04AC01

Pyrazinamid

Pyrafat®; Syn.: PZA, Pyrazincarboxamid
J04AK01

Rifabutin

Mycobutin®
J04AB04

Referenzen

  1. Hartwig NC, et al, Vademecum pediatrische antimicrobiële therapie [Vademecum pädiatrische antimikrobielle Therapie], 2005
  2. Sanofi B.V., SmPC Rifadin (RVG 05766, 08755) , 08/2024
  3. Furth van AM et al, Werkboek Infectieziekten bij Kinderen [Arbeitsbuch Infektionskrankheiten bei Kindern], VU-Verlag, 1999
  4. LCI, Richtlijn Meningokokkose - meningokokkenziekte [Leitlinie Meningokokken Erkrankungen], www.rivm.nl, 02-04-2013, http://www.rivm.nl/dsresource?objectid=rivmp:9288&type=org&disposition=inline
  5. Esteve Pharmaceuticals GmbH, SmPC EREMFAT i.v. (3260.00.02), 01/2025
  6. RijksInstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM), Haemophilus influenzae type b-infectie, https://lci.rivm.nl/richtlijnen/haemophilus-influenzae-type-b-infectie#profylaxe-behandeling , 4 juni 2019
  7. Esteve Pharmaceuticals GmbH, SmPC EREMFAT Filmtabletten (3260.00.00), 01/2025
  8. Esteve Pharmaceuticals GmbH, SmPC EREMFAT Sirup (6061616.00.00), 01/2025
  9. Uptodate: UpToDate®, Pediatric Drug information: Rifampicin Topic 12767 Version 243.0, 02/19
  10. Robert Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, Meningokokken, invasive Erkrankungen (Neisseria meningitidis), RKI-Ratgeber, 01.02.2014, https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html#doc2374538bodyText12
  11. A Guideline on Behalf of the German Societyfor Pediatric Infectious Diseases (DGPI), Consensus-Based Guidelines for Diagnosis, Prevention andTreatment of Tuberculosis in Children and Adolescents, Thieme Verlag, 2017, https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0043-116545.pdf

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung