Fluoxetin

Wirkstoff
Fluoxetin
Handelsname
Prozac®
ATC-Code
N06AB03

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Fluoxetin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Darauf ist wahrscheinlich der Wirkmechanismus zurückzuführen. Fluoxetin hat praktisch keine Affinität zu anderen Rezeptoren wie α1-, α2- und β-adrenergen, serotonergen, dopaminergen, histaminergen, Muskarin- und GABA-Rezeptoren.

Pharmakokinetik bei Kindern

Die durchschnittliche Fluoxetin-Konzentration ist bei Kindern etwa 2-fach höher als bei Jugendlichen. Die durchschnittliche Norfluoxetin-Konzentration ist 1,5-fach höher. Die Steady-state-Plasmakonzentrationen hängen vom Körpergewicht ab und sind bei Kindern mit niedrigem Körpergewicht höher. Bei Kindern kumulieren Fluoxetin und Norfluoxetin wie bei Erwachsenen nach mehrfacher Einnahme stark. Steady-state-Konzentrationen wurden bei täglicher Einnahme nach 3-4 Wochen erreicht. [SmPC Fluoxetin HEXAL]

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Zwangsstörung, Angststörungen
    • oral
      • ≥8 Jahre bis <18 Jahre: off-label
  • Mittelschwere bis schwere depressive Episoden
    • oral
      • ≥8 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen
  • Bulimia nervosa und körperdysmorphe Störung
    • oral
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral bei mittelgradigen bis schweren Episoden einer Major Depression, wenn die Depression nach 4-6 Sitzungen nicht auf eine psychologische Behandlung anspricht. Ein antidepressives Arzneimittel sollte einem Kind oder jungen Menschen mit mittelgradiger bis schwerer Depression nur in Verbindung mit einer gleichzeitigen psychologischen Behandlung gegeben werden.

Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren:
Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Spezialisten begonnen und von diesem überwacht werden. Die Anfangsdosis beträgt 10 mg pro Tag. Die Dosis sollte vorsichtig auf den Einzelfall abgestimmt eingestellt werden, damit der Patient die niedrigste wirksame Dosis erhält. Nach 1-2 Wochen kann die Dosis auf 20 mg pro Tag erhöht werden. Es gibt nur sehr wenige Erfahrungen aus klinischen Prüfungen mit täglichen Dosen über 20 mg. Es gibt nur begrenzte Erfahrungen mit Behandlungen von mehr als 9 Wochen. Bei Kindern mit niedrigerem Körpergewicht kann die therapeutische Wirkung aufgrund der höheren Plasmaspiegel schon mit niedrigeren Dosen erreicht werden. Bei Kindern, die auf die Behandlung ansprechen, sollte nach 6 Monaten die Notwendigkeit für eine Fortsetzung der Behandlung überprüft werden. Wird innerhalb von 9 Wochen keine klinische Besserung erreicht, sollte die Behandlung überdacht werden.

weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Episoden einer Major Depression
- Zwangsstörung
- Bulimie: Fluoxetin ist als Ergänzung zu einer Psychotherapie angezeigt zur Reduktion von Essattacken und selbst induziertem Erbrechen.

[Ref.]

Präparate im Handel

Tabletten zur Herstellung einer Suspension 20 mg
Tabletten 10 mg, 20 mg, 40 mg
Hartkapseln 10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg, 60 mg
Filmtabletten 40 mg

Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Fluoxetin in Form von Fluoxetinhydrochlorid. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Fluoxetin bezogen.

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Fluoxetin) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Aroma Anwendungshinweis Altersangabe
Fluoxetin AL Tablette zur Herstellung einer Suspension 20 mgT2,S oral k.A. Lactose - Einnahme zu oder zwischen den Mahlzeiten. Die Tabletten als Ganzes schlucken oder in Wasser zerfallen lassen und sofort trinken. ab 8 Jahren
Fluoxetin HEXAL® Tablette 10 mgT0,S
20 mgT2,S
40 mgT4,S
oral "natriumfrei" Cyclamat
Lactose

Saccharin
Pfefferminz
Pflaume
Einnahme zu oder zwischen den Mahlzeiten. Die Tabletten als Ganzes schlucken oder in Wasser zerfallen lassen und sofort trinken. ab 8 Jahren
Fluoxetin Micro Labs Hartkapsel 10 mg
20 mg
30 mg
40 mg
60 mg
oral "natriumfrei" - - Einnahme zu oder zwischen den Mahlzeiten. ab 8 Jahren
Fluoxetin-neuraxpharm® Filmtablette 40 mgT4 oral k.A. - - - ab 8 Jahren


T4: teilbar in vier gleiche Dosen, T2: teilbar in zwei gleiche Dosen, T0: nicht teilbar, S: suspendierbar, k.A.: keine Angabe, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen 08.07.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Zwangsstörung, Angststörungen (soziale Phobie, Trennungsangststörung und/oder generalisierte Angststörung), Depression: mittelschwere bis schwere depressive Episoden, wenn sich die Depression nach 4-6 psychotherapeutischen Sitzungen nicht bessert
  • Oral
    • 8 Jahre bis 18 Jahre
      [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [21] [22] [23]
      • Initialdosis: 10 mg/Tag in 1 Dosis über 1 - 2 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: Kann je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit alle 1 - 2 Wochen um 10 mg/Tag erhöht werden bis 10 - 40 mg/Tag in 1 Dosis. Max: 40 mg/Tag.
      • Behandlungsdauer:

        Bei Zwangsstörung: Wirkeintritt gelegentlich erst nach 12 Wochen.
        Bei Depressionen: Wenn innerhalb von 9 Wochen keine klinische Verbesserung eintritt, muss die Behandlung neu evaluiert werden. Nach 6 Monaten sollte der Bedarf der Behandlung überprüft werden.

        • In Einzelfällen (z. B. bei Kindern mit Autismus) kann eine Initialdosis von 5 mg/Tag in 1 Dosis erwogen werden.
        • In Einzelfällen kann eine weitere Erhöhung der Dosis auf 60 mg erwogen werden.

        Fluoxetin sollte nach fachärztlichem Rat (Schwerpunkt Kinder- und Jugendpsychiatrie) verschrieben werden. Die Dosis sollte individuell festgelegt und die niedrigstmögliche Dosis angewendet werden.

        teilweise off-label (siehe Zulassung)

Bulimia nervosa und körperdysmorphe Störung, wenn die kognitive Verhaltenstherapie nicht ausreichend wirksam ist
  • Oral
    • 12 Jahre bis 18 Jahre
      [16] [17] [18] [19] [20]
      • Initialdosis: 10 mg/Tag in 1 Dosis über 1 - 2 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: Initialdosis bei Bedarf alle 1 - 2 Wochen um 10 mg/Tag erhöhen bis auf 10 - 60 mg/Tag in 1 Dosis. Max: 60 mg/Tag.
      • Die wissenschaftliche Evidenz ist sehr begrenzt: Nur eine open-label Studie mit 10 Patienten für Bulimia nervosa, nur 5 Fallberichte für körperdysmorphe Störung.

        Fluoxetin sollte von Fachärzten/-innen der Kinder- und Jugendpsychiatrie verschrieben werden. Die Dosis sollte individuell festgelegt und die niedrigstmögliche Dosis angewendet werden

        off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

GFR ≥10 ml/min/1,73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1,73m2: Eine allgemeine Empfehlung kann nicht gegeben werden. Es kann erwogen werden, die Anfangsdosis jeden 2. Tag zu verabreichen und sie dann je nach klinischem Ansprechen und Verträglichkeit zu erhöhen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Häufiger als unter Placebo wurden bei Kindern und Jugendlichen, die mit Antidepressiva behandelt wurden, folgende Nebenwirkungen beobachtet: suizidales Verhalten (Suizidversuch und Suizidgedanken), Feindseligkeit (Wut, Reizbarkeit, Aggression, Agitiertheit, gesteigerte Aktivität mit suizidalen Absichten (activation syndrome)), manische Reaktionen (Hypo-/Manie) (ohne vorher gemeldete Episoden), Epistaxis
Zudem berichtet wurden Einzelfälle von: Wachstumsverzögerung, Abnahme der Konzentration der alkalischen Phosphatase, verzögerte sexuelle Entwicklung oder Störung der Sexualfunktion [SmPC Fluoxetin HEXAL]

Betrachtet man randomisierte kontrollierte Studien, die sich ausschließlich auf die Behandlung mit Fluoxetin konzentrieren, so scheint bei Kindern und Jugendlichen kein signifikant erhöhtes Risiko für Suizidgedanken/-versuchen oder selbstverletzendes Verhalten zu bestehen. [Hetrick 2007]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm, Diarrhö, Übelkeit, Müdigkeit

Häufig (1-10 %): verminderter Appetit, Angst, Nervosität, Ruhelosigkeit, Angespanntheit, verminderte Libido, Schlafstörung, abnormale Träume, Aufmerksamkeitsstörung, Schwindel, Geschmacksstörung, Lethargie, Somnolenz, Tremor, verschwommenes Sehen, Palpitation, Flush, Gähnen, Erbrechen, Dyspepsie, Mundtrockenheit, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hyperhidrose, Arthralgie, häufiges Wasserlassen, gynäkologische Blutung, erektile Dysfunktion, Ejakulationstörung, Gefühl der Nervosität, Schüttelfrost, Gewichtsverlust

Gelegentlich (0,1-1 %): Depersonalisation, gehobene Stimmung, euphorische Stimmung, abnormales Denken, abnormaler Orgasmus, Zähneknirschen, suizidale Gedanken und suizidales Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität, Dyskinesie, Ataxie, Gleichgewichtsstörung, Myoklonus, Gedächtnisstörungen, Mydriasis, Tinnitus, Hypotonie, Dyspnoe, Epistaxis, Dysphagie, gastrointestinale Blutungen, Alopezie, erhöhte Neigung zu Hämatomen, kalter Schweiß, Muskelzuckung, Dysurie, sexuelle Dysfunktion, Unwohlsein, abnormales Gefühl, Kältegefühl, Hitzegefühl

Selten (0,01-0,1 %): Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, anaphylaktische Reaktion, Serumkrankheit, inadäquate ADH-Sekretion, Hyponatriämie, Hypomanie, Manie, Halluzination, Agitation, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression, Krampfanfälle, Akathisie, buccoglossales Syndrom, Serotonin-Syndrom, ventrikuläre Arrhythmie einschließlich Torsade de pointes, Vaskulitis, Gefäßerweiterung, Pharyngitis, pulmonale Ereignisse (entzündliche Prozesse unterschiedlicher Histopathologie und/oder Fibrose), Schmerzen in der Speiseröhre, idiosynkratische Hepatitis, Angioödem, Ekchymose, Lichtüberempfindlichkeitsreaktion, Purpura, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Lyell Syndrom), Myalgie, Harnverhalt, Störungen beim Wasserlassen, Galaktorrhö, Hyperprolaktinämie, Priapismus, Schleimhautblutung, Anstieg der Lebertransaminasen, Anstieg der gamma-Glutayltransferase

Häufigkeit nicht bekannt: postpartale Hämorrhagie

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Kombination mit irreversiblen, nicht-selektiven Monoaminoxi­daseinhibitoren (MAOI)
  • Kombination mit Metoprolol, zur Behandlung einer Herz­insuffizienz

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Zusammenfassung:
Bei der Therapie von Depression und Sozialphobie, die medikamentöse Therapie mit einer begleitenden Psychotherapie kombinieren. Führt zu herabgesetztem Reaktions- und Konzentrationsvermögen. Patienten, insbesondere mit Risiko (Suizidgedanken, Suizidversuch) sorgfältig überwachen in Bezug auf ein gesteigertes Suizidrisiko. Bei manischen Reaktionen Therapie absetzen. Eine regelmäßige Untersuchung auf Manie/Hypomanie wird empfohlen. Bei der Verwendung von Fluoxetin ist außerdem die Möglichkeit des Auftretens eines Serotoninsyndroms zu berücksichtigen. Des Weiteren muss bei Kindern und Jugendlichen das Wachstum und die Entwicklung kontrolliert werden.


Fluoxetin sollte Kindern oder Jugendlichen mit mäßiger bis schwerer Depression ausschließlich in Kombination mit einer begleitenden Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) gegeben werden. Eine kognitive Verhaltenstherapie ist eine wirksame therapeutische Option zur Behandlung sozialer Phobien. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese Therapie mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden.

Die Anwendung kann zu einem herabgesetztem Reaktions- und Konzentrationsvermögen führen. Dies kann zahlreiche Alltagstätigkeiten behindern.

Vor der Behandlung ist ein Screening auf Suizidrisiko und bipolare Störung angezeigt. Die Behandlung mit Antidepressiva kann das (durch die Depression erhöhte) Suizidalitätsrisiko in der frühen Phase der Genesung noch weiter erhöhen. Patienten - insbesondere solche, die aufgrund von Suizidgedanken oder Suizidversuchen ein hohes Risiko haben - müssen während der Behandlung mit diesen Arzneimitteln sorgfältig überwacht werden, insbesondere zu Therapiebeginn und bei Dosisanpassungen. Die Patienten sollten darauf geschult werden, dass jede klinische Verschlechterung, jedes Suizidverhalten oder -gedanken und ungewöhnliche Verhaltensänderung ernst genommen werden muss und unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden muss. Patienten sollten keine größere Menge des Wirkstoffs zur Verfügung haben.

Auch andere psychiatrische Erkrankungen, für die Fluoxetin verschrieben wird, können mit einem erhöhten Risiko für suizid-relatierten Vorkommnissen verbunden sein. Darüber hinaus kann eine Komorbidität dieser Erkrankungen mit Episoden einer schwereren Depression vorliegen. Dieselben Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Behandlung von Patienten mit schweren Depressionsstörungen zu berücksichtigen sind, müssen daher auch bei der Behandlung von Patienten mit anderen psychiatrischen Erkrankungen berücksichtigt werden.

In klinischen Studien an Kindern wurden häufig manische Reaktionen, hierunter Manie und Hypomanie, verzeichnet. Eine regelmäßige Untersuchung auf das Auftreten von Manie/Hypomanie wird empfohlen. Die Behandlung mit Fluoxetin sollte abgebrochen werden, wenn manische Reaktionen auftreten.

Selten wurde über ein Serotonin-Syndrom unter SSRIs berichtet; dies sollte bei einer Kombination von Symptomen wie Erregung, Zittern, myoklonischen Episoden und Hyperthermie bedacht werden. Bei Krampfanfällen sollte das Medikament abgesetzt werden.

Darüber hinaus muss das Wachstum und die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen überprüft werden, da es keine ausreichenden Daten über die Auswirkungen von Fluoxetin auf das Wachstum sowie auf die sexuelle, kognitive und emotionale Entwicklung gibt.

Aufgrund der Wechselwirkung mit Dextromethorphan sollte von einer Selbstmedikation mit Dextromethorphan (Hustensirup und Kapseln) abgesehen werden.

Empfohlene Kontrolluntersuchungen finden Sie hier.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Fluoxetin ist ein CYP2D6- und CYP2C19-Inhibitor. (Abschnitt in Fachinformation zu Biotransformation beachten).

Fluoxetin zeichnet sich durch ein hohes Interaktionspotential aus. Aus diesem Grund muss die Medikation individuell auf Wechselwirkungen überprüft und ggf. durch geeignete Maßnahmen wie Drug Monitoring überwacht werden.

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
Metoprolol Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann erhöht sein. Somit besteht ein erhöhtes Risiko von Hypotension und Bradykardie. Kontraindiziert.
CYP2D6- Substrate


CYP2C19-Substrate, z.B. Methadon
Hemmung des Metabolismus der Interaktionspartner durch CYP-Inhibition. Erhöhte Serumkonzentration und (stark) verstärkte Wirkung der Interaktionspartner möglich. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, Dosis geringer wählen.
Reversible, nicht-selektive Monoaminoxidase-Inhibitoren, z.B. Linezolid, Procarbazin


Arzneimittel mit serotonerger Wirkung, z.B. Citalopram, Sumatriptan
Provokation eines Serotonin-Syndroms möglich. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, Überwachung auf Zeichen eines Serotonin-Syndroms während der Behandlung.
QT-Zeit verlängernde Wirkstoffe Additive (QT verlängernde/sedative) Wirkung. Erhöhtes Risiko für Torsade de pointes, Tachykardien/Nebenwirkungen. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, genaue Überwachung des QT-Intervalls empfohlen.
Arzneimittel mit Wirkung auf die Hämostase, z.B. Acetylsalicylsäure, Phenprocoumon Das Blutungsrisiko kann erhöht sein. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, sorgfältige Überwachung der Blutgerinnungsparameter empfohlen.
Pimozid Verstärkte Wirkungen von Pimozid möglich. Das Risiko von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen ist erhöht. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, Korrektur von Elektrolytstörungen und Bradykardien vor der gleichzeitigen Anwendung empfohlen.
Cyproheptadin Die antidepressive Wirkung von Fluoxetin kann herabgesetzt sein. Kombination vermeiden.
Hyponatriämie verursachende Arzneimittel, z.B. Hydrochlorothiazid, Furosemid Das Risiko für eine Hyponatriämie ist erhöht. Kombination vermeiden.
Arzneimittel, die die Krampfschwelle herabsetzen, z.B. Amitriptylin, Sertralin Das Risiko für Krampfanfälle ist erhöht. Kombination vermeiden.
Phenytoin Der Plasmaspiegel von Phenytoin kann erhöht sein. Das Risiko für eine Phenytointoxizität ist erhöht. Kombination vermeiden.
Clozapin Der Plasmaspiegel von Clozapin kann erhöht sein. Das Risiko für eine Clozapintoxizität ist erhöht. Kombination vermeiden.


Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

ANTIDEPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer

Amitriptylin

Amineurin®
N06AA09

Clomipramin

Anafranil®
N06AA04
N06AA02
N06AA10
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

Citalopram

Cipramil®
N06AB04

Escitalopram

Cipralex®
N06AB10

Fluvoxamin

Fevarin®
N06AB08

Sertralin

Zoloft®
N06AB06
Andere Antidepressiva

Bupropion

Elontril®, Zyban®
N06AX12

Duloxetin

Cymbalta®, Duloxalta®
N06AX21

Mirtazapin

Remergil®
N06AX11

Venlafaxin

Trevilor®
N06AX16
ANTIDEPRESSIVA

Amitriptylin

Amineurin®
N06AA09

Bupropion

Elontril®, Zyban®
N06AX12

Citalopram

Cipramil®
N06AB04

Clomipramin

Anafranil®
N06AA04

Duloxetin

Cymbalta®, Duloxalta®
N06AX21

Escitalopram

Cipralex®
N06AB10

Fluvoxamin

Fevarin®
N06AB08
N06AA02

Mirtazapin

Remergil®
N06AX11
N06AA10

Sertralin

Zoloft®
N06AB06

Venlafaxin

Trevilor®
N06AX16

Referenzen

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  4. Clark DB, et al, Fluoxetine for the treatment of childhood anxiety disorders: open-label, long-term extension to a controlled trial, J Am Acad Child Adolesc Psychiatry, 2005, 44, 1263-70
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  6. Birmaher B, et al, Fluoxetine for the treatment of childhood anxiety disorders, J Am Acad Child Adolesc Psychiatry, 2003, 42, 415-23
  7. Emslie GJ, et al, A double-blind, randomized, placebo-controlled trial of fluoxetine in children and adolescents with depression, Arch Gen Psychiatry, 1997, 54, 1031-7
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  10. Liebowitz MR, et al, Fluoxetine in children and adolescents with OCD: a placebo-controlled trial, J Am Acad Child Adolesc Psychiatry, 2002, 41, 1431-8
  11. March J, et al, Treatment for Adolescents with Depression Study (TADS) team. Fluoxetine, cognitive-behavioral therapy, and their combination for adolescents with depression: Treatment for Adolescents with depression Study (TADS) randomized controlled trial, JAMA, 2004, 292, 807-20
  12. Riddle MA, et al, Double-blind, crossover trial of fluoxetine and placebo in children and adolescents with obsessive-compulsive disorder., J Am Acad Child Adolesc Psychiatry, 1992, 31, 1062-9
  13. Rohde P, et al, Achievement and maintenance of sustained response during the Treatment for Adolescents With Depression Study continuation and maintenance therapy, Arch Gen Psychiatry, 2008, 65, 447
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  25. neuraxpharm Arzneimittel GmbH, SmPC Fluoxetin-neuraxpharm 10/20 mg Tabletten/Hartkapseln (62145.00.00), 11/2020
  26. Uptodate®, Pediatric Drug information: Fluoxetine Topic 13315 Version 324.0, accessed 09/19
  27. HEXAL AG, SmPC Fluoxetin HEXAL 10 mg, 20 mg, 40 mg Tabletten (40254.00.00), 03/2025
  28. neuraxpharm Arzneimittel GmbH, SmPC Fluoxetin-neuraxpharm ® 40 mg Filmtabletten, 11/2020
  29. Micro Labs GmbH, SmPC Fluoxetin Micro Labs 10 mg, 20 mg, 30 mg, 40 mg, 60 mg Hartkapseln, 01/2024
  30. ALIUD PHARMA GmbH, SmPC Fluoxetin AL 20 mg Tabletten, 09/2024

Änderungsverzeichnis

  • 17 August 2026 15:43: Überprüfung und Aktualisierung
  • 13 Dezember 2021 08:53: Initialdosis geändert von 5 auf 10 mg auf Grundlage der Literatur und Expertenentscheidung
  • 02 September 2021 16:23: Informationen zur Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung hinzugefügt
  • 30 März 2021 16:24: Neue Wechselwirkungsrecherche
  • 25 März 2021 09:59: Die wissenschaftliche Literatur zur Anwendung von Fluoxetin bei Kindern und Jugendlichen wurde in Zusammenarbeit mit dem Wissenszentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie neu bewertet. Dies führte zu einer Anpassung der Dosierungsempfehlung bei Angststörungen und Depressionen sowie zur Ergänzung der Indikation Bulimia nervosa und körperdysmorphe Störungen, wenn die kognitive Verhaltenstherapie sich nicht als ausreichend wirksam erwiesen hat.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung