Ciclosporin A

Wirkstoff
Ciclosporin A
Handelsname
Sandimmun®, Immunosporin, Syn: CSA, Cyclosporin
ATC-Code
L04AD01

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Ciclosporin (= Cyclosporin A) ist ein zyklisches Polypeptid aus 11 Aminosäuren. Es ist ein hochwirksames Immunsuppressivum. Untersuchungen lassen vermuten, dass Ciclosporin die Entwicklung zellvermittelter Reaktionen hemmt, einschließlich Allotransplantat-Immunität, verzögerter kutaner Hypersensibilität, experimenteller allergischer Enzephalomyelitis, Freund-Adjuvans-Arthritis, Graft-versus-Host-Disease (GvHD) und auch T-Zellen-abhängiger Antikörperbildung. Auf zellulärer Ebene hemmt es die Bildung und Freisetzung von Lymphokinen einschließlich Interleukin 2 (T-Zellen-Wachstumsfaktor, TCGF). Ciclosporin blockiert offensichtlich auch die ruhenden Lymphozyten in der G0- oder G1-Phase des Zellzyklus und hemmt die durch Kontakt mit einem Antigen ausgelöste Freisetzung von Lymphokinen durch aktivierte T-Zellen.
Alle vorliegenden Daten lassen vermuten, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf Lymphozyten wirkt. Im Gegensatz zu Zytostatika unterdrückt es die Hämatopoese nicht und hat keinen Einfluss auf die Funktion von Phagozyten.

Pharmakokinetik bei Kindern

Pharmakokinetische Daten von pädiatrischen Patienten, denen Ciclosporin verabreicht worden ist, sind sehr begrenzt. Im Vergleich zu transplantierten Erwachsenen-Populationen sind die Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen Ciclosporin in der Pädiatrie vergleichbar.

Art der allogenen Transplantation n Alter

Clearance (ml/min/kg)

Assay
Niere 15 3 bis 16 Jahren 10,6 +/- 3,7 Cyclo-Trac spezifischer RIA
Niere 7 2 bis 16 Jahren 9,8-15,5  
Leber 9 0,65 bis 6 Jahren  9,3 +/- 5,4 HPLC

[SmPC Sandimmun Optoral]
Das Verteilungsvolumen bei Kindern nach Transplantation oder mit nephrotischem Syndrom entspricht etwa dem von Erwachsenen. Kinder weisen im Vergleich zu Erwachsenen eine erhöhte Clearance (etwa doppelt so hoch) auf.

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • Prophylaxe Abstoßungsreaktion bei solider Organtransplantation
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
  • Prophylaxe Abstoßungsreaktion nach Knochenmarktransplantation
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
    • intravenös 
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: zugelassen
  • Nephrotisches Syndrom
    • oral
      • ≥1 Jahr bis <18 Jahre: zugelassen
  • Rescue-Therapie bei Colitis ulcerosa zum Aufschub der Kolektomie
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
    • intravenös
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
  • Psoriasis, schwer, refraktär
    • oral
      • ≥1 Monat bis <18 Jahre: off-label
  • Schwere atopische Dermatitis
    • oral
      • ≥1 Jahr bis <18 Jahre: off-label

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Oral als Prophylaxe einer Abstoßung allogener Transplantate nach Organtransplantation. Behandlung einer zellulären Transplantatabstoßung bei Patienten, die zuvor bereits andere Immunsuppressiva erhalten haben.

Kinder und Jugendliche ab 1 Monat:
Die Behandlung mit Ciclosporin A sollte innerhalb von 12 Stunden vor der Operation mit einer Dosis von 10 bis 15 mg/kg, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden. Diese Dosis sollte als Tagesdosis für 1 bis 2 Wochen nach der Operation beibehalten werden und allmählich anhand der Blutspiegel gemäß lokalen immunsuppressiven Protokollen reduziert werden, bis eine empfohlene Erhaltungsdosis von etwa 2 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen erreicht ist.
Wenn Ciclosporin A gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (z. B. mit Kortikosteroiden oder als Teil einer Dreifach- oder Vierfachkombination) angewendet wird, können niedrigere Dosen (z. B. 3 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen als Initialtherapie) verabreicht werden.

[Ref.]

Oral als Prophylaxe einer Transplantatabstoßung nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation. Prophylaxe oder Behandlung einer Graft versus-Host-Disease (GvHD).

Kindern und Jugendliche ab 1 Monat:
Falls Ciclosporin A oral als Initialtherapie eingesetzt wird, beträgt die empfohlene Tagesdosis 12,5 bis 15 mg/kg in zwei getrennten Dosen beginnend am Tag vor der Transplantation. Höhere Dosen von Ciclosporin A oral oder eine Anwendung von Ciclosporin A zur intravenösen Therapie könnten bei Vorliegen gastrointestinaler Störungen, die die Resorption beeinträchtigen, notwendig sein.
Bei einigen Patienten kann es nach dem Absetzen von Ciclosporin zu einer GvHD kommen, diese spricht aber üblicherweise gut auf eine Wiederaufnahme der Therapie an. In solchen Fällen sollte eine orale Initialdosis von 10 bis 12,5 mg/kg verabreicht werden, gefolgt von einer täglichen oralen Verabreichung der Erhaltungsdosis, die sich zuvor als zufriedenstellend erwiesen hatte. Niedrigere Dosen von Ciclosporin A sollten zur Behandlung von leichter, chronisch verlaufender GvHD eingesetzt werden.

[Ref.]

Oral zur Behandlung eines steroidabhängigen und steroidresistenten nephrotischen Syndroms in der Folge primärer glomerulärer Krankheiten wie Minimal Change-Nephropathie, fokale und segmentale Glomerulosklerose oder membranöse Glomerulonephritis.

Kinder und Jugendliche ab 1 Jahr:
Zur Einleitung einer Remission wird die empfohlene Dosis in zwei getrennten oralen Dosen gegeben. Falls die Nierenfunktion (mit Ausnahme einer Proteinurie) normal ist, dann wird die folgende Tagesdosis empfohlen:
– Kinder: 6 mg/kg
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Initialdosis 2,5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
Die Kombination von Ciclosporin A mit niedrigen Dosen oraler Kortikosteroide wird empfohlen, wenn die Wirkung von Ciclosporin A alleine nicht zufriedenstellend ist, vor allem bei steroidresistenten Patienten. Die Zeit bis zur Besserung variiert von 3 bis 6 Monaten, abhängig von der Art der Glomerulonephritis. Wenn nach dieser Besserungsperiode keine Besserung festgestellt wird, sollte die Therapie mit Ciclosporin A abgesetzt werden. Die Dosen müssen unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Sicherheit individuell eingestellt werden, sollten aber bei Kindern eine Dosis von 6 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
Zur Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert werden.

[Ref.]

Intravenös als Prophylaxe einer Abstoßung allogener Transplantate nach Organtransplantation. Behandlung einer zellulären Transplantatabstoßung bei Patienten, die zuvor bereits andere Immunsuppressiva erhalten haben.

Kinder und Jugendliche ab 1 Monat:
Die empfohlene Dosis von Ciclosporin A ist intravenös ungefähr ein Drittel der entsprechenden oralen Dosis und es wird empfohlen, die Patienten so schnell wie möglich auf eine orale Therapie umzustellen. Als Referenz beträgt die initiale orale Dosis von Ciclosporin A 10 bis 15 mg/kg, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, die innerhalb von 12 Stunden vor der Operation verabreicht werden sollte. Diese Dosis sollte als Tagesdosis für 1 bis 2 Wochen nach der Operation beibehalten werden und allmählich anhand der Blutspiegel gemäß lokalen immunsuppressiven Protokollen reduziert werden, bis eine empfohlene Erhaltungsdosis von etwa 2 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen erreicht ist.
Wenn oral verabreichtes Ciclosporin A gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (z. B. mit Kortikosteroiden oder als Teil einer Dreifach- oder Vierfachkombination) angewendet wird, können niedrigere Dosen (z. B. 3 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen als Initialtherapie) verabreicht werden.

[Ref.]

Intravenös als Prophylaxe einer Transplantatabstoßung nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation. Prophylaxe oder Behandlung einer Graft versus-Host-Disease (GvHD).

Kindern und Jugendliche ab 1 Monat:
Die Initialdosis sollte am Tag vor der Transplantation verabreicht werden. In den meisten Fällen wird für diesen Zweck vorzugsweise Ciclosporin A intravenös angewendet. Die empfohlene intravenöse Dosis ist 3 bis 5 mg/kg. Die Infusion wird in dieser Dosierung in der Zeit unmittelbar nach der Transplantation bis zu 2 Wochen lang fortgesetzt, bevor eine Umstellung auf eine orale Erhaltungstherapie in oralen Tagesdosen von etwa 12,5 mg/kg in zwei getrennten Dosen erfolgt.
Bei einigen Patienten kann es nach dem Absetzen von Ciclosporin zu einer GvHD kommen, diese spricht aber üblicherweise gut auf eine Wiederaufnahme der Therapie an. In solchen Fällen sollte eine Initialdosis von 10 bis 12,5 mg/kg verabreicht werden, gefolgt von einer täglichen oralen Verabreichung der Erhaltungsdosis, die sich zuvor als zufriedenstellend erwiesen hatte. Niedrigere Dosen von Ciclosporin A sollten zur Behandlung von leichter, chronisch verlaufender GvHD eingesetzt werden.

[Ref.]

 weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- Endogene Uveitis
- Rheumatoide Arthritis
- Psoriasis
- Atopische Dermatitis

[Ref.]

Präparate im Handel

Weichkapseln 10 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg
Lösung zum Einnehmen 100 mg/mL
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 50 mg/mL

Präparate im Handel (ausgewählte Beispiele):

Präparat Darreichungsform Stärke (Ciclosporin A) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Altersangabe
Sandimmun® Optoral Lösung zum Einnehmen 100 mg/ml oral k.A. Ethanol
Propylenglykol
Vorzugsweise mit Orangen- oder Apfelsaft zu verdünnen. 
Grapfruit(-saft) nicht zur Verdünnung verwenden. 
Zur Reinigung der Pipette ist die Außenseite mit einem trockenenen Papiertuch abzuwischen. 
ab 1 Monat
Sandimmun® Optoral Weichkapseln 10 mg
25 mg
50 mg
100 mg
oral "natriumfrei" Ethanol
Propylenglykol
- ab 1 Monat
Sandimmun® Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 50 mg/ml intravenös k.A. Ethanol Verdünnung gemäß Fachinformation. Als langsame intravenöse Infusion über 2 bis 6 Stunden zu verabreichen. ab 1 Monat


k.A.: keine Angabe, „natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit

Die Fachinformationen wurden am 22.01.2026 aufgerufen.

Neben den aufgeführten Präparaten befinden sich diverse weitere Fertigarzneimittel im Handel.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

Gehe zu:

Prophylaxe Abstoßungsreaktion bei solider Organtransplantation
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [21]
      • Initialdosis: Innerhalb von 12 Stunden vor der Transplantation starten mit 10 - 15 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Diese Dosis für 1-2 Wochen nach der Transplantation beibehalten.
      • Erhaltungsdosis: Danach die Initialdosis schrittweise reduzieren auf 2 - 6 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung nach TDM.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [4] [23]
      • Initialdosis 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. So schnell wie möglich auf eine orale Therapie umstellen.
      • Dosisanpassung nach TDM.

Prophylaxe Abstoßungsreaktion nach Knochenmarktransplantation
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [21]
      • 12,5 - 15 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer:

        Die Erhaltungsdosis sollte mindestens 3 Monate (vorzugsweise 6 Monate) fortgesetzt werden, bevor die Dosis nach bis zu 1 Jahr nach Transplantation allmählich auf Null reduziert wird.

      • Dosisanpassung nach TDM.

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [4] [23]
      • Initialdosis: 1 Tag vor der Transplantation: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Infusion bis zu 2 Wochen nach Transplantation fortsetzen bevor auf eine orale Therapie umgestellt wird.
      • Dosisanpassung nach TDM.

Nephrotisches Syndrom
  • Oral
    • ≥ 1 Jahr
      [21]
      • 6 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
Rescue-Therapie bei Colitis ulcerosa zum Aufschub der Kolektomie
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
      • Nachdem per intravenöser Verabreichung eine Remission erreicht worden ist: 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Dosisanpassung nach TDM.

        off-label

  • Intravenös
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      [2]
      • Initialdosis: 2 mg/kg/Tag, Dauerinfusion. Erhaltungsdosis: Dosisanpassung nach TDM.
      • Behandlungsdauer:

        Im Falle einer klinischen Remission ist auf die orale Dosierung umzustellen.

      • off-label

Psoriasis, schwer, refraktär
  • Oral
    • 1 Monat bis 18 Jahre
      • Initialdosis: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Erhaltungsdosis: < 3 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlung durch oder nach Rücksprache mit einem pädiatrischen Spezialisten (Dermatologen), der Erfahrung in der Anwendung von Ciclosporin in dieser Indikation hat.

        off-label

Schwere atopische Dermatitis
  • Oral
    • 1 Jahr bis 18 Jahre
      [3] [5] [8] [10] [13] [14] [15] [16] [19]
      • Initialdosis: 3 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen. Über 3 - 6 Wochen.
      • Erhaltungsdosis: 2 - 5 mg/kg/Tag in 2 Dosen.
      • Behandlungsdauer:

        Wenn innerhalb von 4 Wochen bei Gabe der höchsten tolerierten Dosis keine Besserung eintritt, sollte ein Absetzen von Ciclosporin in Betracht gezogen werden. Die Behandlung sollte mindestens 3 Monate lang fortgesetzt werden, wenn sich die Therapie als wirksam erwiesen hat. Beim Absetzen der Behandlung sollte die Dosis schrittweise reduziert werden.

      • ALTERNATIV: Nach mindestens 1 Jahr täglicher Einnahme sollte eine Behandlung an 2 aufeinander folgenden Tagen pro Woche, gefolgt von einer 5-tägigen Pause, in Betracht gezogen werden [Garrido Colmenero, Blasco Morente und Tercedor Sanchez 2015].

        Bei Adipositas sind niedrigere Dosen erforderlich, um die gleiche Plasmakonzentration zu erreichen. Eine genaue Überwachung wird empfohlen [Ross et al. 2015].

        Behandlung durch oder nach Rücksprache mit einem pädiatrischen Spezialisten (Dermatologen), der Erfahrung mit der Anwendung von Ciclosporin in dieser Indikation hat

        off-label

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Die Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte sorgfältig abgewogen werden.
Wenn der Nutzen dem Risiko der (potenziellen) Nephrotoxizität überwiegt:
Falls möglich, Beginn mit einer niedrigen Dosis (2,5 mg/kg/Tag in 2 Dosen) und Titration bis zur Untergrenze des Zielblutspiegels. Neben Blutspiegel sollte die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Hypertonie, Neurotoxizität (Tremor, Konvulsionen, vorübergehende Annomalien in der weißen Substanz des Kleinhirns), Zahnfleischhyperplasie, Hirsutismus, Hypomagnesiämie. In 5 Fällen wurde über Pseudotumor cerebri berichtet [Somech und Doyle 2007, Costa et al. 2010, Büscher et al. 2004, Bilginer et al. 2010, Dogulu et al. 2004].

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Hyperlipidämie, Tremor, Kopfschmerzen, Hypertonie, Hirsutismus, Nierenfunktionsstörung

Häufig (1-10 %): Leukopenie, Hyperglykämie, Anorexie, Hyperurikämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie, Konvulsionen, Parästhesie, Flush, Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden/Bauchschmerzen, Diarrhö, Gingivahyperplasie, Magenulcera, anormale Leberfunktion, Akne, Hypertrichose, Myalgie, Muskelkrämpfe, Fieber, Müdigkeit

Gelegentlich (0,1-1 %): Thrombozytopenie, Anämie, Enzephalopathie einschließlich posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES), Zeichen und Symptome wie Konvulsionen, Verwirrtheit, Desorientiertheit, verminderte Reaktivität, Agitiertheit, Schlaflosigkeit, Sehstörungen, kortikale Blindheit, Koma, Parese und zerebelläre Ataxie; allergischer Ausschlag, Ödeme, Gewichtszunahme

Selten (0,01-0,1 %): hämolytisch-urämisches Syndrom, mikroangiopathische hämolytische Anämie, motorische Polyneuropathie, Pankreatitis, Muskelschwäche, Myopathie, Menstruationsstörungen, Gynäkomastie

Sehr selten (<0,01 %): Ödem der Sehnervpapille einschließlich Papillenödem, mit möglicher Sehstörung in der Folge einer benignen intrakraniellen Hypertonie

Häufigkeit nicht bekannt: thrombotische Mikroangiopathie, thrombotische thrombozytopenische Purpura, Migräne, Beeinträchtigung des Hörvermögens, Hepatotoxizität und Leberschäden einschließlich Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang; Schmerzen der unteren Extremitäten

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Kombination mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten
  • Kombination mit Arzneimitteln, die Substrate des Multidrug-Efflux-Transporter-P-Glycoproteins (P-gp) oder der Organo-Anion-Transporter-Proteine (OATP) sind und für die erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen verbunden sind, z.B. Bosentan, Dabigatran-Etexilat und Aliskiren

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Cave: Nephrotoxizität, Hypertonie, erhöhte Cholesterin- und Triglyceridspiegel.

Monitoring:

  • Bei Therapiestart: Blutdruck, Kreatinin, ALT, vollständiges Blutbild
  • Erneute Kontrolle: 6 Wochen und 12 Wochen nach Therapiestart und nach jeder Dosiserhöhung [Yee und Orchard 2018].
  • Anschließend bei gleichbleibender Dosis: Alle 12 Wochen erneute Kontrolle (bei unauffälligen Vorbefunden).
  • Bei abweichendne Laborwerten:
    • Leberenzyme >2 x Normalwert: Dosis reduzieren und alle 4 - 6 Wochen Kontrolle durchführen.
    • Leberenzyme >3 x Normalwert: Therapie vorübergehend unterbrechen und beim erneuten Therapiebeginn die niedrigstmögliche sichere Dosis bestimmen.
    • Bei Thrombozyten <100 x 109/L oder Neutrophilen <1,5 x 109/L: Dosis reduzieren und bei Bedarf einen Kinderrheumatologen/-Immunologen konsultieren. Wöchentliche Kontrollen.
  • Beachte: Impfempfehlungen während der Anwendung von Ciclosporin.
  • Beachte: Angemessene Verhütung/Kinderwunsch. Ciclosporin kann bei Bedarf während der Schwangerschaft eingesetzt werden, doch ist eine zusätzliche Überwachung des Neugeborenen erforderlich. Für weitere Informationen siehe Embryotox.

Bei adipösen Kindern sind niedrigere Dosen erforderlich, um gleiche Plasmakonzentrationen zu erreichen. Eine genaue Überwachung wird empfohlen [Ross et al. 2015].

Therapeutische Blutkonzentration: 0,1 - 0,3 mg/L (HPLC-Bestimmung) je nach Indikation und Behandlungsstadium.

Eine Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren außerhalb der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann nicht empfohlen werden. [SmPC Sandimmun Optoral]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Ciclosporin A ist ein CYP3A4-Inhibitor, ein P-Glykoprotein-Inhibitor und ein Inhibitor vom Organo-Anion-Transporter (OATP). (Abschnitt in Fachinformation zu Biotransformation beachten).

Ciclosporin zeichnet sich durch ein hohes Interaktionspotential aus. Aus diesem Grund muss die Medikation individuell auf Wechselwirkungen überprüft und ggf. durch geeignete Maßnahmen wie Drug Monitoring überwacht werden.

Interaktionspartner Grund Handlungsempfehlung
CYP3A4- Induktoren Steigerung des Metabolismus von Ciclosporin durch CYP-Induktion. Erniedrigte Serumkonzentration und (stark) verringerte Wirkung von Ciclosporin möglich. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, ggf. Dosis von Ciclosporin erhöhen.  
CYP3A4-Inhibitoren und/oder P-Glykoprotein-Inhibitoren Hemmung des Metabolismus von Ciclosporin durch CYP-Inhibition. Erhöhte Serumkonzentration und (stark) erhöhte Wirkung von Ciclosporin möglich. Erhöhtes Nebenwirkungspotential von Ciclosporin möglich. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, ggf. Dosis von Ciclosporin verringern und auf Nebenwirkungen überprüfen.
Arzneimittel mit (erhöhter) Nephrotoxizität (z.B. Gentamicin, Diclofenac) Erhöhung des Serumspiegels der jeweiligen nephrotoxischen Arzneimittel möglich. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich. Kombination vermeiden. Falls Kombination unvermeidbar, Überwachung der Serumkonzentration von Kreatinin und Ciclosporin-Konzentration im Blut. 
Statine (z.B. Simvastatin, Atorvastatin) Erhöhung der Serumspiegel der Statine. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich. Kombination vermeiden.
Tacrolimus Erhöhung des Serumspiegels von Ciclosporin möglich. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich. Kombination vermeiden.
Kaliumsparende Arzneimittel (z.B. Enalapril, Triamteren) und Kaliumcitrat Risiko einer Hyperkaliämie ist durch additive Effekte erhöht.  Falls Kombination notwendig sollte das Serum-Kalium besonders sorgfältig überwacht werden. 
Lebendimpfstoffe Dissemination des Impfkeims und beeinträchtigte Immunantwort möglich. Kombination vermeiden. Empfehlungen zum zeitlichen Abstand der Impfung zur immunsuppressiven Behandlung variieren zwischen 1 und 12 Monaten. Die jeweilige Fachinformation ist zu beachten. 
Nicht-steroidale Antirheumatika (z.B. Ibuprofen, Etoricoxib) Erhöhung des Serumspiegels von Nicht-steroidalen Antirheumatika. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich.  Kombination vermeiden.
Mifamurtid Verminderte Wirksamkeit von Mifamurtid möglich. Kombination vermeiden.
Vincristin Risiko für starke Neurotoxizität erhöht. Falls Kombination notwendig sollte auf verstärkte Neurotoxizität (Parästhesien, neuralgische Schmerzen etc.) geachtet und ggf. die Dosis reduziert werden. 
Daptomycin Risiko für Myopathien durch additive Effekte erhöht.  Falls Kombination notwendig sollte die Creatinkinase häufiger (z.B. alle 2-3 Tage zumindest während der ersten beiden Wochen der Behandlung) gemessen werden. 
Saccharomyces cerevisiae (boulardii) Fungämien und generalisierte Hefeinfektionen möglich.  Kombination vermeiden.
Chloramphenicol

Chloroquin

Clonidin

Ezetimib
Erhöhung des Serumspiegels von Ciclosporin möglich. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich. Kombination vermeiden.
Tocilizumab Verminderte immunsuppressive Wirkung von Ciclosporin möglich. Falls Kombination notwendig, Ciclosporinspiegel überwachen und ggf. die Dosis anpassen. 
Allergene (bspw. aus Bienengift)  Die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie wird durch die Behandlung mit Ciclosporin beeinträchtigt Solange eine Immunsuppression durch immunsuppressiv wirkende Arzneimittel anhält, soll keine Hyposensibilisierung begonnen werden.
Nifedipin Erhöhtes Risiko für Gingivahyperplasien. Kombination bei bestehender Gingivahyperplasie vermeiden. 
Caspofungin Erhöhung des Serumspiegels von Caspofungin möglich. Erhöhtes Nebenwirkungspotential möglich.  Bei bestehendem Leberschaden sollte die Kombination vermieden werden.


Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.

IMMUNSUPPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Selektive Immunsuppressiva

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44
Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
L04AB04

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Calcineurin-Inhibitoren

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03
IMMUNSUPPRESSIVA

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Adalimumab

Humira®, Imraldi®, Halimatoz®, Hefiya®, Hulio®, Hyrimoz®, Idacio®, Amsparity®
L04AB04

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Belimumab

Benlysta®
L04AG04

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Myfenax®, Mowel®, Myclausen; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01
Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01
Monoklonale Antikörper

Belimumab

Benlysta®
L04AG04
Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01
Komplement-Inhibitoren

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Referenzen

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  22. Novartis Pharma GmbH, SmPC Sandimmun® Optoral Weichkapseln (34681.03.00), 10/2024
  23. Novartis Pharma GmbH, SmPC Sandimmun® 50 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (3123.00.00), 03/2025
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Änderungsverzeichnis

  • 07 Februar 2023 15:23: Information zu Therapeutischem Drug Monitoring (TDM) hinzugefügt
  • 25 August 2021 16:56: Korrektur der Erhaltungsdosis in der Indikation "Schwere atopische Dermatitis" von 2,5 auf 2 mg/kg/Tag
  • 09 Februar 2021 08:40: Neue Wechselwirkungsrecherche
  • 18 Januar 2021 14:13: Nebenwirkungen bei Erwachsenen hinzugefügt
  • 04 Dezember 2020 17:09: Evidenz Überprüfung der Indikation "Schweres konstitutionelles Ekzem"

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)

Kinder und Erwachsene:

Probenmaterial: EDTA-Röhrchen, Bestimmung im Vollblut

Es sind unterschiedliche Spiegelbestimmungsmethoden möglich:

1) Bestimmung der AUC-Werte bei 2 x täglicher Dosierung 0, 2 und 3 h nach der letzten Einnahme (stark abhängig vom Transplantationszentrum):
Allogene Stammzelltransplantation: AUC (0-12 h) 6000 μg*h/L
Nierentransplantation: AUC (0-4 h) 5000 μg*h/L (< 16 Wochen), 2000 μg*h/L (> 16 Wochen) oder AUC (0-12 h) 5400 μg*h/L (< 6 Wochen), 3250 μg*h/L (> 6 Wochen)
Dauerinfusion: Knochenmarkstransplantation: 450 - 550 μg/L Immunoassay (FPIA, TDx), 270 - 330 μg/l LC-MS/MS und HPLC

2) C2-Level-Bestimmung durch Messung des Spiegels im Vollblut 2 Stunden nach der letzten Einnahme (stark abhängig vom Transplantationszentrum):
Herz-Lungen-/Lebertransplantationen: 850-1400 µ/L (< 3 Monate), 300-600 µ/L (> 3 Monate)
Nierentransplantationen: > 1500 µ/L (1-3 Monate), 1200 µ/L (3-6 Monate), 1000 µ/L (6-12 Monate), 700-900 µ/L (> 1 Jahr)

3) Talspiegel-Bestimmung (C0) durch Messung des Spiegels im Vollblut unmittelbar vor der nächsten Gabe):
Herz-Lungen-/Lebertransplantationen: 350-450 µ/L (1-2 Monate), 250-350 µ/L (> 2 Monate), 170-240 µ/L (> 6 Monate)
Nierentransplantationen: 250-350 µ/L (< 6 Monate), 100-200 µ/L (> 6 Monate)
Knochenmarktransplantationen: 200-400 µ/L (1-2 Monate), > 150 µ/L (> 2 Monate)
Morbus Crohn: 150-250 µ/L
Nephrotisches Syndrom: 100-200 µ/L
Toxizität, allgemein: > 400 µ/L

Hintergrund: Blutspiegelmessungen von Ciclosporin sind wegen der sehr variablen interindividuellen Resorptions- und Eliminationsrate und wegen seines engen therapeutischen Fensters notwendig.

Cave: Im Allgemeinen sind die Ciclosporin-Konzentrationen im Vollblut fast doppelt so hoch wie im Serum. Immunoassays messen aufgrund von Kreuzreaktionen mit Metaboliten deutlich höhere Ciclosporin-Werte als HPLC/UPLC-Methoden (insbesondere für C0). Dies ist auch von der Zeit nach der Transplantation abhängig.

[NVZA. TDM Monografie Ciclosporin]


Überdosierung