Pegcetacoplan

Wirkstoff
Pegcetacoplan
Handelsname
Aspaveli
ATC-Code
L04AJ03

Zulassung
Dosierungsempfehlungen

Präparate
Pharmakodynamik und -kinetik
Nierenfunktionsstörungen
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
Kontraindikationen
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wechselwirkungen
Wirkstoffe der gleichen ATC-Klasse
Referenzen
Änderungsverzeichnis

Pharmakodynamik

Pegcetacoplan bindet mit hoher Affinität an das Komplementprotein C3 und dessen Aktivierungsfragment C3b, wodurch es die Spaltung von C3 und die Bildung von nachgeschalteten Effektoren der Komplementaktivierung reguliert. Bei C3-Glomerulopathie (C3G) und primärer immunkomplexvermittelter membranoproliferativer Glomerulonephritis (IC-MPGN) kommt es zu einer übermäßigen Ablagerung von C3-Abbauprodukten in den Glomeruli der Niere, was zu einer Schädigung des Nierenparenchyms und einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führt. Pegcetacoplan zielt auf vorgelagerte Effektoren der Komplementaktivierung (C3 und C3b) ab und hemmt dadurch die Aktivierung, die durch alle Komplementwege ausgelöst wird. Durch die Hemmung von C3 wirkt Pegcetacoplan direkt auf die unangemessene C3-Aktivierung ein und modifiziert die zugrunde liegende Erkrankung, indem es die übermäßige Ablagerung von C3-Abbauprodukten in den Glomeruli der Niere reduziert.

Pharmakokinetik bei Kindern

Auf der Basis von PK-Populationsanalysen hat das Körpergewicht bei Jugendlichen (12 – 17 Jahre) Einfluss auf die Clearance und das Verteilungsvolumen. Das Dosierungsschema für Jugendliche mit C3G oder primärer IC-MPGN richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten. Die im Modell vorhergesehene Exposition für Jugendliche mit C3G oder primärer IC-MPGN entspricht der Referenzexposition bei Erwachsenen. [SmPC Aspaveli]

Zulassung der Dosierungsempfehlungen

  • C3-Glomerulopathie (C3G), primäre immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis (IC-MPGN)
    • subkutan
      • ≥12 Jahre bis <18 Jahre: zugelassen

Auszug aus Fachinformation Auszug aus Fachinformation

Textauszug aus Fachinformation

Subkutan zur Behandlung von jugendlichen Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer immunkomplexvermittelter membranoproliferativer Glomerulonephritis (IC-MPGN) in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Hemmer, es sei denn, die Behandlung mit einem RAS-Hemmer wird nicht vertragen oder ist kontraindiziert.

Kinder unter 12 Jahren: 
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pegcetacoplan bei Kindern mit C3G oder primärer IC-MPGN im Alter von unter 12 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Dieses Arzneimittel darf bei Kindern im Alter von < 12 Jahren nicht angewendet werden, da keine präklinischen Sicherheitsdaten für diese Altersgruppe vorliegen.

Jugendliche ab 12 Jahren: 
Bei jugendlichen Patienten richtet sich das Dosierungsschema nach dem Körpergewicht des Patienten und umfasst Folgendes:

Körpergewicht Erste Dosis (Infusionsvolumen) Zweite Dosis (Infusionsvolumen) Erhaltungsdosis (Infusionsvolumen)
≥50 kg 1080 mg zweimal wöchentlich (20 ml)
35 bis <50 kg 648 mg (12 ml) 810 mg (15 ml) 810 mg zweimal
wöchentlich (15 ml)
30 bis <35 kg 540 mg (10 ml) 540 mg (10 ml) 648 mg zweimal
wöchentlich (12 ml)


weitere zugelassene Indikationen bei Erwachsenen:
- paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH)

[Ref.]

Präparate im Handel

Infusionslösung 1.080 mg

Präparat im Handel:

Präparat Darreichungsform Stärke (Pegcetacoplan) Applikationsweg Natriumgehalt Problematische Hilfsstoffe Anwendungshinweis Schulungsmaterial Altersangabe
Aspaveli Infusionslösung 1.080 mg subkutan „natriumfrei“ Sorbitol Vor Gebrauch ca. 30 min warten bis die Spritze Raumtemperatur erreicht hat. Mithilfe einer handelsüblichen Spritzeninfusionspumpe oder eines On-Body-Delivery-Systems verabreichen. Detaillierte Anwendung gemäß Fachinformation. BfArM Leitfaden ab 12 Jahren


„natriumfrei“: weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Einheit, ▼ unterliegt zusätzlicher Überwachung – Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden

Die Fachinformation wurden am 27.07.2026 aufgerufen.

Lieferengpässe/weitere praktische Informationen

Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)

Dosierungsempfehlungen

C3-Glomerulopathie (C3G), primäre immunkomplexvermittelte membranoproliferative Glomerulonephritis (IC-MPGN)
  • Subkutan
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und 30 bis 35 kg
      [1]
      • Initialdosis: 540 mg/Dosis an Tag 1 und Tag 4 in Woche 1.
      • Erhaltungsdosis: 648 mg/Dosis an Tag 1 und Tag 4 ab Woche 2.
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und 35 bis 50 kg
      [1]
      • Initialdosis: 648 mg/Dosis an Tag 1. 810 mg/Dosis an Tag 4 in Woche 1.
      • Erhaltungsdosis: 810 mg/Dosis an Tag 1 und Tag 4 ab Woche 2.
    • 12 Jahre bis 18 Jahre und ≥ 50 kg
      [1]
      • 1.080 mg/Dosis an Tag 1 und Tag 4 ab Woche 1.

Nierenfunktionsstörungen bei Kindern > 3 Monate

Eine schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 mL/min) hatte keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Pegcetacoplan; daher ist keine Dosisanpassung von Pegcetacoplan bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung erforderlich. Es liegen keine Daten über die Anwendung von Pegcetacoplan bei Patienten mit dialysepflichtiger terminaler Niereninsuffizienz vor. [SmPC Aspaveli]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Kindern

Das Sicherheitsprofil von Jugendlichen ist vergleichbar mit dem von Erwachsenen. Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei dieser Patientengruppe berichtet wurden, waren Reaktionen an der Infusionsstelle. [SmPC Aspaveli]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen allgemein

Sehr häufig (>10 %): Influenza, Infektion der oberen Atemwege, Überempfindlichkeitsreaktion, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, akute Nierenschädigung, Pyrexie, Reaktion an der Infusionsstelle

Häufig (1-10 %): Harnwegsinfektion, opportunistische Infektionen, Ohrinfektion, Pneumonie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Hypokaliämie, Husten, Epistaxis, Schmerz in einer Extremität, Myalgie, Ermüdung

Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

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Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?

Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.

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Kontraindikationen allgemein

  • Überempfindlichkeit gegen Pegcetacoplan oder einen der sonstigen Bestandteile
  • nicht ausgeheilte Infektionen mit bekapselten Bakterien wie Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae
  • kein aktueller Impfschutz gegen Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae (Ausnahme: sofortige Therapie ist angezeigt und es wird eine geeignete Antibiotikaprophylaxe bis 2 Wochen nach den baldigst verabreichten Impfungen angewendet)

Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei Kindern

Es wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden, um eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Pegcetacoplan und eines Zeitraums von mindestens acht Wochen nach der letzten Dosis von Pegcetacoplan zu vermeiden. [SmPC Aspaveli]

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen allgemein

Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.

Wechselwirkungen

Diese Informationen werden im Moment recherchiert und baldmöglichst zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie die aktuellen Fachinformationen.

IMMUNSUPPRESSIVA

In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.

Selektive Immunsuppressiva

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44
Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab

Amgevita®, Amsparity®, Hukyndra®, Hulio®, Humira®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Yuflyma®
L04AB04

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02
Interleukin-Inhibitoren

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Calcineurin-Inhibitoren

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02
Andere Immunsuppressiva

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03
IMMUNSUPPRESSIVA

Abatacept

Orencia®
L04AA24

Adalimumab

Amgevita®, Amsparity®, Hukyndra®, Hulio®, Humira®, Hyrimoz®, Idacio®, Imraldi®, Yuflyma®
L04AB04

Anakinra

Kineret®
L04AC03

Apremilast

Otezla®
L04AA32

Azathioprin

Azafalk®, Imurek, Jayempi
L04AX01

Baricitinib

Olumiant®
L04AA37

Basiliximab

Simulect®
L04AC02

Belimumab

Benlysta®
L04AG04

Canakinumab

Ilaris®
L04AC08

Ciclosporin A

Cicloral, Deximune, Immunosporin, Sandimmun, Syn: CSA, Cyclosporin
L04AD01

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Etanercept

Enbrel® , Benepali® , Erelzi®
L04AB01

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01

Golimumab

Gobivaz, Simponi®
L04AB06

Infliximab

Remicade®, Inflectra®, Remsima®, Zessly®, Flixabi®
L04AB02

Ixekizumab

Taltz®
L04AC13

Leflunomid

Arava®
L04AA13

Methotrexat

Lantarel®, Metex®, Nordimet®, Trexject®; Syn: MTX; weitere ATC-Codes: M01CX01, L01BA01
L04AX03

Mycophenolatmofetil

Cellcept®, Mowel®, Myclausen, Myfenax®; Syn: MMF, Mycophenolat, Mycophenolsäure
L04AA06

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Satralizumab

Enspryng®
L04AC19

Secukinumab

Cosentyx®
L04AC10

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01

Tacrolimus

Advagraf®, Prograf®, Modigraf®, Crilomus®, Envarsus®, Dailiport®, Tacni®, Tacpan®, Tacro-cell®
L04AD02

Teriflunomid

Aubagio®
L04AA31

Tocilizumab

RoActemra®
L04AC07

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01

Upadacitinib

Rinvoq®
L04AA44

Ustekinumab

Fymskina, Imuldosa, Otulfi, Stelara®
L04AC05
Sphingosin-1-phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren

Fingolimod

Gilenya®
L04AE01
Janus-assoziierte Kinase (JAK)-Inhibitoren

Ritlecitinib

Litfulo®
L04AF08

Tofacitinib

Xeljanz®
L04AF01
Monoklonale Antikörper

Belimumab

Benlysta®
L04AG04
Mammalian target of rapamycin (mTOR)-Kinase-Inhibitoren

Everolimus

Afinitor®, Certican®, Votubia®
L04AH02

Sirolimus

Rapamune®
L04AH01
Komplement-Inhibitoren

Crovalimab

Piasky®
L04AJ07

Eculizumab

Soliris®
L04AJ01

Ravulizumab

Ultomiris®
L04AJ02

Referenzen

  1. SmPC Aspaveli (EU/1/21/1595/001-2), Swedish Orphan Biovitrum AB , 12-12-2021

Änderungsverzeichnis

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM)


Überdosierung