Deferoxamin ist ein Chelatbildner, der mit dreiwertigen Eisen- und Aluminiumionen Komplexe bildet; die Komplexbildungskonstanten (Ferrioxamin und Aluminoxamin) sind stabil und nicht toxisch. Das Chelat wird nicht im Darm resorbiert und aufgrund einer parenteralen Verabreichung gebildete Chelate werden rasch und ohne schädliche Auswirkungen über die Nieren ausgeschieden. Deferoxamin nimmt Eisen entweder frei oder an Ferritin und Hämosiderin gebunden auf. In ähnlicher Weise mobilisiert und chelatisiert es an Gewebe gebundenes Aluminium. Es entfernt kein Eisen aus Hämin enthaltenden Substanzen wie Hämoglobin oder Transferrin. Da die Komplexe mit Eisen und Aluminium vollständig ausgeschieden werden, fördert Deferoxamin die Ausscheidung von Eisen und Aluminium im Urin und den Fäzes und vermindert so pathologische Eisen- oder Aluminiumablagerungen in den Organen und Geweben.
Es sind keine spezifischen Informationen für Kinder vorhanden.
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung bzw. Infusionslösung 500 mg, 2000 mg
Die im Handel befindlichen Präparate enthalten Deferoxamin in Form von Deferoxaminmesilat. Die Angabe der Wirkstoffkonzentration und Dosierung ist jeweils auf Deferoxaminmesilat bezogen.
Präparate im Handel:
| Präparat | Darreichungsform | Stärke (Deferoxaminmesilat) | Applikationsweg | Natriumgehalt | Problematische Hilfsstoffe | Anwendungshinweis | Altersangabe |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deferoxaminmesilat | Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung | 500 mg 2000 mg |
intramuskulär intravenös subkutan |
k.A. | - | Rekonstitution und Verdünnung gemäß Fachinformation. | Kinder |
| Desferal® | Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung | 500 mg | intramuskulär intravenös subkutan |
k.A. | - | Rekonstitution und Verdünnung gemäß Fachinformation. | Kinder |
k.A.: keine Angabe
Die Fachinformationen wurden am 11.06.2026 aufgerufen.
Lieferengpässe für Humanarzneimittel in Deutschland (ohne Impfstoffe)
| Akute Eisenvergiftung |
|---|
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| Chelattherapie bei Beta-Thalassämie major |
|---|
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GFR ≥10 ml/min/1.73m2: Dosisanpassung nicht erforderlich.
GFR <10 ml/min/1.73m2: Eine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung kann nicht gegeben werden.
Der ausgeschiedene Eisenkomplex kann den Urin rötlich-braun verfärben. Gleichgewichtsstörungen (dosisabhängig). Wachstumsverzögerungen und Knochenveränderungen bei höheren Dosen und Kleinkindern.
Sehr häufig (>10 %): Arthralgie, Myalgie, Schmerzen, Schwellung, Verhärtung, Erythem, Juckreiz und Schorf an der Injektionsstelle
Häufig (1-10 %): Kopfschmerzen, Übelkeit, Urtikaria, Fieber
Gelegentlich (0,1-1 %): Schwerhörigkeit, Tinnitus, Asthma, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Wachstumsverzögerungen, Knochenveränderungen (metaphyseale Dysplasie), Bläschen, Ödem und Brennen an der Injektionsstelle
Selten (0,01-0,1 %): Mukormykose, Sehverlust, Skotom, Retinopathie, Sehnerv-Neuritis, Katarakt, Reduzierung der Sehschärfe, verschwommene Sicht, Nachtblindheit, Chromopsie, Korneatrübung, Hypotonie, Tachykardie, Schock
Sehr selten (<0,01 %): Gastroenteritis, Yersinia-Infektionen, Bluterkrankungen (inkl. Thrombozytopenie, Leukopenie), anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit oder ohne Schock, Angioödem, neurologische Störungen (einschließlich Schwindel, Enzephalopathie, periphere sensorische, motorische oder gemischte Neuropathie, Parästhesien), Atemnotsyndrom (ARDS), interstitielle Lungeninfiltrate mit Zyanose, Durchfall, generalisierter Hautausschlag
Häufigkeit nicht bekannt: Krämpfe, Muskelkrämpfe, akutes Nierenversagen, tubuläre Nierenfunktionsstörung, Anstieg des Serumkreatinin-Wertes
Die vollständige Auflistung aller unerwünschter Arzneimittelwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Haben Sie den Verdacht auf eine Nebenwirkung?
Die Meldung ist sehr wichtig, um das Nutzen-Risiko-Verhältnis eines Arzneimittels ständig zu überwachen. Das gilt besonders, wenn Medikamente bei Kindern außerhalb der zugelassenen Anwendung (off-label) eingesetzt werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, außer wenn eine erfolgreiche Desensibilisierung eine Behandlung ermöglicht.
Die vollständige Auflistung aller Kontraindikationen ist den aktuellen Fachinformationen zu entnehmen.
Die Anwendung von unangemessen hohen Deferoxaminmesilat-Dosen bei Patienten mit niedrigen Serum-Ferritinwerten und Kleinkindern im Alter von < 3 Jahren bei Therapiebeginn wurde mit Wachstumsverzögerungen in Verbindung gebracht. Eine Dosissenkung kann in einigen Fällen zu einer Rückkehr der ursprünglichen Wachstumsgeschwindigkeit führen. Bei Kindern wird empfohlen, das Körpergewicht und die Größe alle drei Monate zu kontrollieren. [SmPC Deferoxaminmesilat DEMO]
Für allgemeingültige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen informieren Sie sich bitte in den aktuellen Fachinformationen.
| Interaktionspartner | Grund | Handlungsempfehlung |
| Ascorbinsäure, ascorbinsäurehaltige Arznei-/Lebens-/Nahrungsergänzungsmittel | Verschlechterung der Herzfunktion durch hohe Vitamin C-Dosen (> 500 mg/Tag) möglich. | Patienten mit Herzinsuffizienz sollten kein zusätzliches Vitamin C erhalten. Ist die Behandlung notwendig, sollten Vorsichtsmaßnahmen, wie die Überwachung der Herzfunktion, bedacht werden. |
| Betibeglogen autotemcel | Beeinträchtigung der Wirksamkeit durch gleichzeitige Behandlung mit Deferoxamin möglich. | Gabe von Deferoxamin für 6 Monate nach Gabe von Betibeglogen autotemcel vermeiden. Falls Gabe von Eisenchelatoren unvermeidbar sollten nicht-myelosuppressive Eisenchelatoren erwogen werden. |
Die vollständige Auflistung aller Wechselwirkungen ist den aktuellen Fachinformationen und einschlägigen Wechselwirkungsdatenbanken zu entnehmen.
In diesem Abschnitt werden Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse zum Vergleich aufgelistet. Arzneistoffe der gleichen ATC-Klasse sind nicht per se untereinander austauschbar. Die Aufzählung darf daher nicht uneingeschränkt als Therapiealternative verstanden werden.
| Antidote | ||
|---|---|---|
|
Anexate®
|
V03AB25 | |
|
Cyanokit®; Syn: Vitamin B12
|
V03AB33 | |
|
Syn: Jodid
|
V03AB21 | |
|
Nyxoid®
|
V03AB15 | |
|
Pedmarqsi
|
V03AB06 | |
|
ANTICHOLIUM®
|
V03AB19 | |
| V03AB14 | ||
|
Bridion®
|
V03AB35 | |
| Eisen-Chelatbildner | ||
|---|---|---|
|
Exjade®
|
V03AC03 | |
|
Ferriprox®; Syn: DFP
|
V03AC02 | |
| Mittel zur Behandlung der Hyperkaliämie und Hyperphosphatämie | ||
|---|---|---|
|
Calcet®, Renacet®
|
V03AE07 | |
|
Velphoro®; Syn.: Eisenoxidsaccharat, Eisenoxidsucrose, Ferrioxidsaccharat, Eisen(III)hydroxid-Sucrose-Komplex, Sucroferric Oxyhydroxide
|
V03AE05 | |
|
Renagel®, Renvela®
|
V03AE02 | |
| Entgiftungsmittel für die Behandlung mit Zytostatika | ||
|---|---|---|
|
Leucovorin®
|
V03AF03 | |
|
Uromitexan
|
V03AF01 | |
|
Fasturtec®
|
V03AF07 | |
| Mittel zur Behandlung der Hypoglykämie | ||
|---|---|---|
|
Proglicem®
|
V03AH01 | |
| ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | ||
|---|---|---|
|
Calcet®, Renacet®
|
V03AE07 | |
|
Exjade®
|
V03AC03 | |
|
Ferriprox®; Syn: DFP
|
V03AC02 | |
|
Proglicem®
|
V03AH01 | |
|
Velphoro®; Syn.: Eisenoxidsaccharat, Eisenoxidsucrose, Ferrioxidsaccharat, Eisen(III)hydroxid-Sucrose-Komplex, Sucroferric Oxyhydroxide
|
V03AE05 | |
|
Anexate®
|
V03AB25 | |
|
Leucovorin®
|
V03AF03 | |
|
Cyanokit®; Syn: Vitamin B12
|
V03AB33 | |
|
Syn: Jodid
|
V03AB21 | |
|
Uromitexan
|
V03AF01 | |
|
Nyxoid®
|
V03AB15 | |
|
Pedmarqsi
|
V03AB06 | |
|
ANTICHOLIUM®
|
V03AB19 | |
| V03AB14 | ||
|
Fasturtec®
|
V03AF07 | |
|
Renagel®, Renvela®
|
V03AE02 | |
|
Bridion®
|
V03AB35 | |